4.02.09

Nicht da entlang!

Doris Knecht | 02/09 | Kurier-Kolumne

Auch für die folgende Geschichte gilt einerseits: Sollen bitte keine schlimmeren Probleme über uns kommen. Andererseits geht es um etwas Prinzipielles, also darum, dass Waren, Lebensmittel, Dienstleistungen ständig minderwertiger werden. Und diesfalls auch immer teurer. Diesmal: Taxifahren in Wien.
Donnerstag und Freitag Nacht hielten wir je ein Taxi auf, nannten eine  Adresse innerhalb des Gürtels, für die man kein Pfadfinder zu sein braucht, und brachen dann während beider Fahrten wiederholt in Nicht-da!-Gebrüll aus: Beim ersten Mal, um den Taxifahrer daran zu hindern, das genannte Ziel noch weiter schneckenförmig zu umfahren. Beim zweiten Mal    , um ihn davon abzuhalten, insgesamt dreimal nicht einfach falsch, sondern in die jeweils  entgegengesetzte Richtung abzubiegen. Am Ende beschwerte sich der Mann, dass eine Tür zu fest zugeworfen worden sei.
Wie gesagt: ein minderschweres Problem. Aber eins, das nervt: Weil man für eine Dienstleistung bezahlt, die man nur teilweise bekommt.  Man wird zwar gefahren, aber wenn man nicht selbst exakt dirigieren kann, wohin, ist man angeschmiert. Mitunter gewiss auch mit Absicht: Weil je länger die Fahrt, desto Extra-Nedsch.
Das muss man sich beim Friseur vorstellen: Dass man dem ganz genau erklären muss, wie er mit welcher Schere zu schneiden hat. Oder dass man mit der Kellnerin in die Küche  gehen muss, um ihr genau zu zeigen, was man gerne hätte. Oder dass man den Mist halt selbst ins Mistauto kübelt.
Eh. Es gibt bessere und besser bezahlte Berufe als Taxifahrer. Dennoch sollte man ein gewisses Maß an Ortskenntnis voraussetzen  dürfen. Oder: Es wird einfach auch das Taxifahren schlechter. Wie so vieles.
 
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