Doris Knecht
| 02/09
| Kurier-Kolumne
Meinereins unterhält sich bestens bei „Learning English with Austrofred“ im Rabenhof, andere gehen zum Opernball. Richard Lugner tut beides: Er geht, angestiftet von ATV, zur Austrofred-Premiere in den Rabenhof, um vom Austrofred a little better English foa se Opernball zu lernen. Selbstverständlich drängt er sich – er ist Lugner – vor, als der Austrofred einen Freiwilligen für eine Spezialaufgabe auf der Bühne sucht, ist dann aber eh ganz lustig.
Natürlich kenne ich, wie alle Österreicher, den Opernball ganz genau und, wie fast alle Österreicher, nur aus dem Fernsehen. Was genügt: Fürs Fernsehen ist er ja gemacht, um denen, die nicht hinkönnen oder hinwollen zu zeige, was sie versäumen oder sich ersparen. Offenbar werden dort in den Logen auch wichtige Geschäfte angebahnt und gemacht, aber das ist meinereiner einerlei, da von eher geringem Unterhaltungswert. Im Unterschied zum Rest: Promis, Kleider, Schneider, Haider.
Leider Haider; denn Alfons Haider fügt sich fast zu harmonisch in das extraordinäre Psychogramm ein, dass sich da alljährlich auf dem TV-Schirm zusammenpixelt, ein wenig Konterkariertheit tät fein konvenieren. Der Austrofred (anschauen auf youtube!) hat im Rabenhof gesagt, er übernähme die Opernball-Moderation übrigens um die halbe Haider-Gage, und ich finde, darüber sollte der ORF unbedingt nachdenken. Da würden zwei denkbar unterschiedliche Unterhaltungstechniken aufeinanderprallen, das würde einen notwendigen gesellschaftlichen und kulturellen Ausgleich schaffen. Wenn der Austrofred Holender, Treichl-Stürgkh oder UHBP interviewt, erfährt man zudem verlässlich Neues. Und den Lugner kennt er jetzt ja eh schon.