11.03.09

Bschlschlhüttelbschlschldorf

Doris Knecht | 03/09 | Kurier-Kolumne

Endstation. Am Sonntag legte ein Oberleitungsschaden den Wiener Westbahnhof lahm: Die Züge mussten also woanders abgefertigt werden. Kann passieren. Es gibt in so einem Fall drei Gruppen von Betroffenen: Die, die in einem der Züge sitzen. Die, die auf einen dieser Reisenden warten. Und die, die mit einem der Züge zu fahren beabsichtigen. Die drei Gruppen eint ein Interesse: Sie würden gerne informiert werden. Und genau das geschah auch diesmal nicht, bzw. auf eine mit nicht extrem nahe verwandte Weise. Leserin Sch. saß, von Hallein kommend, in einem dieser Züge und machte eine Erfahrung, die Ihre Autorin auch schon machte: Es gab nicht nur, obwohl die Lautsprecher bis dahin klaglos funktioniert hatten, keine Durchsagen, es verschwand auch alles Personal, wie weggezaubert. Bitte, fast alle Reisenden haben ein Handy plus überraschend gewonnene Zeit: Sollen sie doch recherchieren. Frau Sch. tat das und erfuhr bei der Zugauskunft, dass es ihren Zug, den IC 649, gar nicht gebe. Es gelang ihr aber, den ÖBB-Mitarbeiter von dessen Existenz überzeugen, worauf sie schließlich über 49 Minuten Verspätung informiert wurde und darüber, dass der Zug über Meidling zum Südbahnhof geführt werde. Zum Glück hatte Frau Sch. keine auf sie Wartenden zum Südbahnhof umgeleitet, denn man überraschte die Reisenden schließlich mit der Ausstiegsstelle Hütteldorf. Wohin man auch mit der U-Bahn gelangen musste, um mit einem der Züge abfahren zu können: Darüber wurde, erzählen Wartende, spärlich aber doch per Durchsage informiert: leider unter reichlicher Beigabe von Rauschen und deshalb weitgehend unverständlich. Aber wozu hat man ein Mobiltelefon? Eh.
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