Doris Knecht
| 03/09
| Kurier-Kolumne
Das ist jetzt Tag 15. Ich habe nämlich, ähm, tja, aus Solidarität mit der nikotinabhängigen Bevölkerung im Jänner wieder zu rauchen angefangen. Man sollte ja wissen, wogegen man ist.
Obwohl ich’s eigentlich eh wusste: Zwanzig Jahre habe ich geraucht wie ein LKW-Auspuff, die letzten Jahre konsequent drei Packerl am Tag. Dann habe ich aufgehört und sieben Jahre lang keinen einzigen Zug mehr genommen.
Letzten November fand ich irgendwann spätnachts in einem Lokal, ich könne ruhig wieder einmal anziehen, ich würde es eh widerlich finden. Machen Sie das nicht. Es war nicht widerlich. Ich zog dann öfter einmal an. Ich fand: Alle heiligen Zeiten beim Ausgehen ein, zwei Zigaretten sind ja wohl kein Problem.
Anfang März war ich auf einem Packerl täglich, aber nur an ausgehfreien Tagen. Ich rauchte nach dem Aufstehen, vor und nach dem Essen und beim Radfahren. Bis Mitte März hatte ich schon acht Mal ernsthaft versucht wieder aufzuhören, und es auch jedes Mal volle 28 Stunden geschafft: In Stunde 29 kroch ich auf der Suche nach einer Zigarette durch die Kleiderschränke oder schnorrte Kollegen an. Ich stank aus dem Mund, hustete chronisch, spürte meine Lunge wieder, lag in der Nacht wach, um mir Karzinome vorzustellen und begrüßte das maue Tabak-Gesetz, das mir in praktisch jedem Lokal das Rauchen erlaubte.
Dabei war ich, wer sich erinnert, eben noch ein entschiedener Verfechter von Rauchverboten. Aber wie sagte F.W. Bernstein? „Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche.“ Ich ergänze: Und sind die Elche richtig dumm, drehn’s die Geschichte nochmal um. Aber jetzt: Vor 15 Tagen wieder aufgehört. Und ietzt weiß ich wieder, wie hart das ist.