Doris Knecht
| 04/09
| Kurier-Kolumne
Angst könnt’ man kriegen. Vor der Schweinegrippe. Vor der Vogelgrippe. Vor der Erfindung der Fischgrippe. Vor der Grippe als solche. Vor Viren. Vor Computerviren. Vor dem Stau auf der Tangente. Vor dem Stau am Gürtel. Vor dem Dickmaulrüssler. Vor Fett. Vor Zucker. Vor dem Winter. Vor dem Frühling. Vor dem Sommer. Vor dem Herbst. Vor Krankheit und Tod.
Vor einer Benzinpreiserhöhung. Vor der Gasrechnung. Vor der Gesamtschule. Vor der Bildungsreform. Vor der Reichensteuer. Vor HC Strache. Vor Andi und Alex. Vor Dominic Heinzls Frisur. Vor Parkverboten. Vor Radfahrern. Vor Autofahrern. Vor Fußgängern. Vor Kinderlärm. Vor Kampfhunden. Vor Pollen. Vor Milch. Vor Schulterpolstern. Vor Länderspielen. Vor einem Händedruck. Vor einer Reunion der Zillertaler Schürzenjäger. Vor einer Reunion von Kajagoogoo. Vor noch einer Staffel „Starmania“. Vor Heidi Klum. Vor Florian Silbereisen. Vor Seife. Vor Menschen, die sich vor Seife fürchten.
Vorm Fliegen. Vor Piraten. Vor einem leeren Akku. Vor dem neuen Bob-Dylan-Album. Vor allem Fremden. Vor der Dunkelheit. Vor zu viel Sonne. Vor der Champions League. Vor dem Ende der Champions League. Vor deutschem Humor. Vor Mundgeruch. Vor Irren. Vor Falten. Vor der Post. Vor der Inflation. Vor dem Finanzamt. Vor Haarausfall. Vor der Krise. Vor Zugluft. Vor einem Kratzer im Auto. Vor Unfällen. Vor Spinnen. Vor dem Urlaub. Vor dem Ende des Urlaubs. Vor dem leeren Blatt. Vor dem Kleingedruckten.
Man kann vor vielem Angst haben. Man könnte vor lauter Angst sogar ganz wuggi werden und übers Fürchten aufs Leben vergessen.Und das ist tatsächlich zum Fürchten.
Ich glaube, hier muss man eine Wertung vornehmen. Strache außer Konkurrenz, Kampfhunde gleiche Kategorie. Sonst find ich GANZ arg furchterregend eigentlich nur Florian Silbereisen, Heinzls Frisur und -- leider! -- das neue Dylan-Album.
Was den deutschen Humor betrifft: Vor etwas, was gar nicht existiert, braucht man sich doch nicht zu fürchten, oder sehen Sie das anders?