Doris Knecht
| 04/09
| Kurier-Kolumne
Der Steuerberater sagt: Du die Buchstaben, ich die Zahlen. Das hat einen Grund; wie der Leserschaft seit meiner Wieviel-sind-eigentlich-100-Mio-Euro?-Kolumne bekannt ist. Denn natürlich ist ein Stau aus 5500 Mittelklasseautos nicht drei sondern 30 Kilometer lang, ein Sicherheitsabstand von einem Meter zwischen den Autos eingerechnet.
Deshalb lieber wieder Wörter; diesfalls solche, mit denen man grüßt. Denn laut Umfrage eines Linzer Meinungsforschungsinstituts begrüßen sich schon 65 Prozent der Österreicher mit „Hallo“ und bereits 52 Prozent sagen zum Abschied nicht mehr leise „servus“, sondern laut „Tschüss“. (Denn „tschüss“ kann man gar nicht leise sagen).
Als radikale und durchaus auch internationalistische Sprach-Liberale vertrete ich die Meinung, dass man auch tschüss sagen darf, solange man man andere und alte Grußformeln nicht vergisst: hier deshalb ein kleiner Exkurs in die Grüßvielfalt.
Guten Tag. Grüß Gott. Sgott. Freundschaft. Servus. Seawas. Grüssie. Grüß di. Habe die Ehre. Dere. Mahlzeit. Griaß enk. Hei. Heil. Heile (die Tiroler und Vorarlberger meinen das völlig ideologiefrei). Hallöle. Moin, Moin. Morschn. Oida! Bonjour. Grüezi. Salut. Sali. Hola. Ciao. Aloha.
Auf Wiedersehen. Wiederschaun. Servus. Seawas. Baba. Babatschi. Bis bald. Sie haben zehn Sekunden Zeit, mein Grundstück zu verlassen. Pfiat enk. Pfiati. Pfüati. Gehabt euch wohl. Ich hatte achtzehn volle Whiskeys; ich denke das ist Rekord. (So verabschiedete sich der Dichter Dylan Thomas; allerdings für immer.) Dere. Sauber bleim. Schleich di. Man sieht sich. Abgang. Adios.
Ich entscheide mich heute für ein schlichtes: Auf Wiedersehen, bis morgen.