Doris Knecht
| 05/09
Frau Sch. schreibt mir. Sie hat Ärger; großen Ärger, teuren Ärger. Und zwar warum: Im Dezember kauften sie und Ihr Mann bei der Firma 3 ein Internetpaket, dessen Namen u.a. das Wort „fair“ schmückt. Das Paket kostete 20 Euro im Monat und erlaubte es der Familie Sch., in diesem Zeitraum 15 GB Datenvolumen downzuloaden. Alles funktionierte prächtig, und vor einer Woche nicht mehr: Der Internetzugang war mit einem Mal gesperrt.
Frau Sch. telefonierte und erhielt schließlich die Auskunft, sie habe schon zu viel heruntergeladen. Die Rechnung, die bald darauf eintraf, wies auch aus, wieviel das gewesen war: Nämlich insgesamt vier GB mehr als die monatlichen 15 GB . Frau Sch. rechnete also mit Mehrkosten, freilich durchaus nicht in dem Ausmaß, wie sie in der Rechnung vorgeschrieben wurden: Für die vier zusätzlichen Gigabyte verrechnete 3 nämlich 400 Euro.
Frau Sch. rief fassunglos bei 3 an, um zu fragen, wie um alles in der Welt man auf diesen Betrag komme, worauf ihr beschieden wurde, das könne sie ganz leicht dem Kleingedruckten in ihrem Vertrag entnehmen. Frau Sch. fand den Vetrag, fand das Kleingedruckte, fand eine Lupe und las dann: „Die Kosten nach Verbrauch der inkludierten Einheiten betragen 0,10 € pro MB.“
Falls Ihnen bis jetzt nicht bewusst war, aus wievielen MB ein GB besteht: Es sind 1000. Und das faire Paket schaut so aus, dass die ersten 15 MB je 1,33 Euro kosten und jedes weitere, in das man ungewarnt hineinstolpert, je 100 Euro. Worüber man Frau Sch. beim Abschluss des Vertrages nicht eigens informiert hatte, denn dann hätte sie garantiert besser aufgepasst. Wenn Sie also künftig ein Internet-Paket kaufen: Vergessen Sie die Lupe nicht.