Doris Knecht
| 05/09
| Kurier-Kolumne
Er hoffe, schreibt Leser Erich H., „dass sich nicht ein Versandhaus diese Methode abschaut, mir einen Katalog mit schönen Sachen schickt und dann sagt: ,Sie brauchen nichts weiter zu tun, wenn Sie nicht innerhalb von 6 Wochen Widersproch erheben, schicken wir Ihnen die Waren und buchen den Preis von Ihrem Konto ab’“. Nicht nur Erich H., sondern zahlreiche weitere Leserinnen und Leser reagierten erbost auf die merkwürdigen Geschäftspraktiken der BAWAG PSK Bank, über die hier am Montag berichtet wurde. (www.kurier.at/blogs)
Einige nahmen die Kolumne zum Anlass, bei ihrer Bank entschiedenen Einspruch gegen die Änderung der Konto-Modalitäten zu erheben, andere hatten das schon gemacht.
Vor allem, weil die automatische Umstellung von PSK-Konten – u.a. in ein Konto für Preisbewusste – ihren Kunden teils erhebliche Mehrkosten verursacht, wenn sie nicht von sich aus innerhalb von sechs Wochen schriftlichen Widerspruch einlegen: Ein Konto, das bisher 0 Euro gekostet hat, kostet dann 104 Euro im Jahr, es gibt plötzlich eine Buchungsgebühr von 15 Cent, die Überweisungsgebühr wird von € 0,27 auf € 1,- angehoben. Auch die im Schreiben an Leser Reinhard Sch. angepriesene Konto-Box neu „ab € 0,-/ Quartal“ kostet, wie sich aus dem Kleingedruckten ersehen lässt, 13,50 Euro pro Quartal, sobald sich auf diesem Konto weniger als 880 Euro befinden. Was vor allem Pensionsten sehr stark treffen dürfte.
Ob das Vorgehen der BAWAG PSK durch deren Allgemeine Geschäftsbedingungen gedeckt ist, sollten dringend die Rechtsabteilungen der Arbeiterkammer oder des Ministeriums für Konsumentenschutz klären. Dass ihre Kunden sich hinterrücks abgezockt fühlen, ist jetzt schon geklärt.