Doris Knecht
| 05/09
Das kann man sich heute kaum mehr vorstellen: Bis 1971 wurde Homosexualität in Österreich mit „schwerem Kerker von einem bis fünf Jahren“ bestraft. Noch bis 2002 drohten einem 18-jährigen, der mit einem 17-jährigen zusammen war, bis zu fünf Jahre Haft; es war ein langer und harter Kampf, bis der Paragraph 209 endlich abgeschafft war. Und noch immer kann sich die Politik nicht durchringen, gleichgeschlechtliche Beziehungen mit heterosexuellen gleichzustellen und endlich die Homo-Ehe einzuführen.
In Deutschland dürfen homosexuelle Paare nun seit zehn Jahren heiraten. Das Magazin der Süddeutschen Zeitung (www.sueddeutsche.de) hat zu diesem Anlass ein berührendes Interview mit zwei alten, glatzköpfigen Männern geführt: dem 74jährigen John Günther und dem 81jährigen Alfred Kaine, die seit 48 Jahren ein Paar sind und ihre Partnerschaft von Beginn an gerne legalisiert hätten: Sie mussten 38 Jahre darauf warten. Nun sind sie seit zehn Jahren glücklich verheiratet.
In Österreich warten schwule und lesbische Paare immer noch; und man fragt sich, warum man sie warten lässt. So, wie sich erzkonservative Kreise einst gegen die Entkriminialisierung von Homosexualität stellten, so verhindern sie heute, dass Schwule und Lesben, wenn sie das wollen, endlich heiraten dürfen wie andere Paare auch. Ja, es gibt Entwicklungen, die man verhindern muss: Liebe zwischen Erwachsenen gehört nicht dazu. Das sollte auch der Staat endlich anerkennen, in dem er eine echte, nämlich gleichberechtige Legalisierung bald ermöglicht.
Denn sicher ist: Dass lesbischen und schwulen Paaren das Heiraten einst verboten war, das wird man sich irgendwann kaum mehr vorstellen können.
Zu deinem Schlusssatz:
Schön wärs.... Das kann nun ich mir kaum vorstellen, leider!