Doris Knecht
| 06/09
| Kurier-Kolumne
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Meine Freundinnen und ich fühlen uns als Frauen komplett nicht ernst genommen. Und zwar ausgerechnet von der Frauenministerin und neuen SPÖ-Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek nicht. Und zwar gerade weil sie sich seit ihrer Amtseinführung immer wieder eine 40prozentige Frauenquote in Führungspositionen der Privatwirtschaft wünscht.
Einmal abgesehen davon, dass ich mir vom Christkind hundertmal einen Ferrari wünschen kann und ihn trotzdem nie kriegen werde: Warum gerade 40 Prozent, Frau Ministerin? Woher kommen diese 40 Prozent? Hat das etwas mit dem Frauenanteil in der Bevölkerung zu tun? Oder damit, dass die Frauenbenachteilungsproblematik gerade eben erst gestern über uns hereingebrochen ist und man jetzt nicht so plötzlich so maßlos viel Gerechtigkeit fordern kann? Nicht einmal als Frauenministerin?
Ja, Frau Ministerin, Quoten bitte, unbedingt. Meine Freundinnen und ich finden aber, dreiviertelgerecht gibts nicht; also 50 Prozent. Aber da das offenbar unzumutbar ist, würden wir gerne wissen, was in Richtung 40-Prozent-Quote unternommen wurde. Hat schon irgendein großes Unternehmen beschlossen hat, sie 2010 einzuführen? Wird demnächst dem Parlament ein Gesetzesentwurf vorgelegt? Irgendwas?
Seit den 1970er Jahren kämpft die SPÖ jetzt vehement für die volle Gleichberechtigung der Frauen, mit dem Erfolg, dass, laut spoe.at, von 92 SPÖ-Abgeordneten in Nationalrat, Bundesrat und Europaparlament 30 weiblich sind.
Schimpfen Sie uns Pessimistinnen, aber meine Freundinnen und ich haben jetzt schon viele Frauenministerinnen kommen und gehen sehen. Und wetten jetzt einmal: Auch am Ende dieser Amtszeit werden wir keine Quote haben. Weder da, noch dort.