28.06.09

Millimeterarbeit

Doris Knecht | 06/09 | Kurier-Kolumne

Die guten Nachrichten der Woche: Erstens hat der Regen endlich aufgehört, für viele gerade noch rechtzeitig. Der Wettergott bewies beim Einsehen Talent zur Millimeterarbeit; zum Beispiel in Mauthausen, fünf Zentimeter mehr, Katastrophe. Mein Freund C. hat den Fluss zum Glück auch nicht mehr in  kommoder Blasenentleerungsdistanz, was Leser Günter S. allerdings von vornherein zu bezweifeln wagte. „Ein Meter achtzig?!“ mailte er,  „nehme ich Ihnen nicht ab.“ Öh. Muss den C. noch einmal fragen.
Zweitens: Das Donauinselfest findet augenblicklich wie geplant statt, was wahrscheinlich nicht alle Anrainer im gleichen Maße begeistert; die Besucher, Veranstalter und Standler dagegen schon.
Drittens ist es eben doch eine Beleidigung, wenn einer einen anderen in – no na – beleidigender Absicht „Berufsschwuchtel“ nennt. Gery Keszler hat in zweiter Instanz Recht bekommen, „Zur Zeit“ muss ihm 4000 Euro zahlen. Gut, denn Österreich ist, siehe die im neuen Familienrecht völlig überraschend vergessene Homoehe, auch so schon homophob genug.
Viertens, danke Niki Lauda. Lauda sprach im Zusammenhang mit dem Umfeld des rechten Nationalratspräsidenten Martin Graf wörtlich von „brauner Scheiße“, kritisierte den parteilichen „Usus“ und wurde im Interview mit News.tv dann derart explizit, dass er gleich dreimal überpiepst werden musste. Yo. Jugendliche sollten sich, so Lauda, lieber „genau überlegen, (...) wohin sie gehen wollen: Zurück in die fürchterliche Vergangenheit mit Hassparolen und Diskriminierung und anderen Dingen, oder sich einen vernünftigen Weg zu suchen. Aber der Weg, den uns der Herr Strache im Moment vorlebt, ist hundert Prozent der falsche.“
Fünftens Sonne. Jjjjjja.
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