Doris Knecht
| 07/09
| Kurier-Kolumne
Man lernt nie aus. Es habe, hieß es am Montag frühmorgens auf orf.on, in Bayreuth Buhrufe für die Regisseurin Katharina Wagner gegeben, aber auch „Ovatien für Klaus Vogt“ – beziehungsweise wurde der Sänger ein paar Zeilen später „mit Ovatinen gefeiert“. Aha. Termini, die man noch nicht kennt, also schnell einmal im Internet recherchiert. „Meinten Sie: Ovarien?“ fragt Google. Nein, meinte ich eher nicht. Auch orf.on meinte offenbar etwas anderes: Ein paar Stunden später hat man sich dort dann für den geläufigeren Begriff „Ovationen“ entschieden.
Ähnlich wie im KURIER, wo in einer Abendausgabe der vergangenen Woche im Zusammenhang mit einem Begräbnis zu lesen war, zahlreiche Menschen hätten bei hochsommerlichen Temperaturen „ausgehaart“. Auch hier griffen beherzte RedakteurInnen schließlich ein: Bis zum Morgen hatte ein a einem r großzügig den Platz überlassen und verharrte dort..
Auch selbst ist man, auch wenn es nur schwer zu glauben ist, vor Fehlern nicht gefeit. Letzte Woche behauptete ich, ich hätte die Leserpost bisher „erst teilweise“ gesichtet, was der strenge, aber gerechte Leser Otto N. nicht glauben wollte. Er vermutete, was ich eigentlich sagen hätte wolle, wäre mit dem Begriff „zum Teil“ korrekt ausgedrückt gewesen. Na gut, stimmt: siehe erster Satz.
Den Irrtum der Saison lieferte allerdings das britische „Q“-Magazin. Das titelte: „Michael Jackson Unmasked. Inside His Mad, Bad World.“ Im Heft findet sich eine riesige Geschichte über das „Comeback des Jahres“. Erscheinungsdatum des Magazins: „August 2009“. Wenn der King of Pop das geschafft haben wird, ist seine Unsterblichkeit nicht mehr nur eine Behauptung seiner Fans.