Doris Knecht
| 07/09
| Kurier-Kolumne
Jetzt einmal abgesehen von den, siehe oben, verheerenden Folgen: Der permanente Regen nervt. So gehören Sommer nicht. Sommer haben anders zu sein, sonnig, heiß, schwitzig, und man soll sommers freibaden können. Weil ich eine klug vorausblickende Mutter bin, kaufte ich bereits Anfang Mai Monatskarten für zwei Kinder und mich für die städtischen Bäder: Mit vier Mal Eintritt rechnet sich das, und man muss sich an glühenden Nachmittagen, wenn alle Mütter Wiens mit ihren Kindern schwimmen gehen, nicht in den endlosen Reihen vor dem Bad anstellen. Und, tadaa, wir haben es innerhalb von dreißig Tagen genau zwei Mal ins Bad geschafft, und das lag nicht an uns. Sondern am Regen und am Regen und am Regen. Anfang Juni habe ich trotzdem wieder drei Monatskarten gelöst. (Ein langwieriges und mistträchtiges Unterfangen übrigens, weil da nicht einfach ein neues Pickerl aufgeklebt wird, nein, die penibel von Hand ausgefüllten und schön laminierten Karten werden mittels Schere von den Fotos getrennt und weggeschmissen, worauf die Fotos auf neue Karten geklebt, penibel von Hand ausgefüllt und schön laminiert werden.) Ich dachte: vier Mal geht sich immer aus; seither waren wir nicht mehr im Bad. Und werden, wenn der Wetterbericht, dieser üble Pessimist, Recht behält, vor Anfang Juli auch nicht mehr hinkommen. Bleibt das hygienisch originelle Stadthallenbad (gschmackige Fotos unter dem Suchbegriff „Ekelbad“ in www.dorisknecht.com), das, wie mir versichert worden war, direkt nach der EURO 08 renoviert werden hätte sollen. Einzige Neuerung: Man kann jetzt in der Dusche schwarzen Schimmel von den Wänden kratzen. Schön, das. Es soll BITTE endlich Sommer werden.