2.08.09

So hilft die ÖBB beim Klimawandel

Doris Knecht | 08/09 | Kurier-Kolumne

Es sind die O.s, die in der letzten Kolumne mit ihren Kindern einen Sonntagvormittag am Floridsdorfer Bahnsteig verbrachten, tapfere und furchtlose Menschen. Denn nur drei Tage später traten sie wieder eine Bahnreise an; diesmal von Wien Westbahnhof nach Bad Aussee. Bzw: Bernhard O. war beruflich bereits in Linz und wartete dann dort auf Frau und Kinder, die um 9.44 Uhr den Zug bestiegen.
Bernhard O. sagt eh: Pech. Das kann natürlich passieren, dass ein Bagger mit seiner Schaufel irrtümlich die Oberleitung herunterholt und so einen Zug  ausbremst. Da kann die ÖBB als solche  nichts dafür. Aber wenn  eine ereignislose Fahrt mit der ÖBB mittlerweile die vollkommene Ausnahme geworden ist, dann liegt es schon an den ÖBB. Wenn es praktisch nicht mehr vorkommt, dass alles ganz normal funktioniert, weil es zuverlässig immer Probleme gibt: Verspätung, Zugausfall, Desinformation, kaputte Toiletten, ausgefallene Klimaanlagen, verpasste Anschlüsse, frustriertes, uninformiertes Personal.
Wie jenes in Linz, das nicht einmal benachrichtigt worden war, dass der 9.44-Zug nicht kommt.
Gleichentags gab die ÖBB-Führung zu, dass momentan viel schief laufe und man bemüht sei, wieder Verlässlichkeit in den Fahrplan zu bringen: Ohne zu erklären, wie man das erreichen will, wenn man gleichzeitig Züge einstellt und Personal abbaut, so dass z. B. defekte Lokomotiven nicht rechtzeitig repariert und ausfallende Lokführer  nicht ersetzt werden können.
Die O´s. kamen in Bad Aussee, wohin man mit dem Auto circa zweieinhalb Stunden braucht, um 16.50 Uhr an. Sie werden sich jetzt entgegen ihre Überzeugung vielleicht  doch ein Auto zulegen. Weil mit der ÖBB, das geht einfach nicht mehr.
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