11.09.09

Den Hunden geht's eh gut

Doris Knecht | 09/09 | Kurier-Kolumne

Die Hunde dürfen bleiben: Das entschied die Bezirkshauptmannschaft Lilienfeld, nachdem drei Pitbull-Terrier letzte Woche eine Dreijährige fast totgebissen hatten: Die Hunde rissen dem Kind ein Ohr ab und verletzten es so schwer, dass es noch immer im Krankenhaus liegt. Die Mutter des Kindes und der Sohn der Hundebesitzerin, die insgesamt fünf Kampfhunde hält, wurden wegen Körperverletzung und Vernachlässigung der Aufsichtspflicht angezeigt. Die Hundebesitzerin und ihre Hunde aber bleiben unbehelligt. Die Frau sei ja, argumentiert die Bezirkshauptmannschaft nach einem Lokalaugenschein, während des Angriffs gar nicht zuhause gewesen, und die Hunde würden gut versorgt. Ja, prima, dann ist ja alles bestens. Entschuldigen schon, aber sollte es hier nicht in allererster Linie darum gehen, wie gefährlich diese Hunde sind, anstatt darum, wie gut es ihnen geht? Und schließt „gute Vorsorgung“ gute Erziehung nicht ein?: Drei dieser Hunde haben eben eine Dreijährige angefallen, weil sie stolperte. Ist es nicht wesentlich relevanter, dass diese Hunde so schlecht erzogen sind, dass sie auf Kleinkinder losgehen? Offenbar wusste die Bezirkshauptmannschaft auch erst aus der KURIER-Geschichte, dass diese Frau mehr als drei, nämlich fünf Kampfhunde hält. Sollte das nicht bekannt sein? Vor allem, weil das offenbar nicht der erste Vorfall mit diesen Hunden war. Beschimpfen Sie mich ruhig wie üblich als herz-lose Hunde-Hasserin, aber: Ein Hundebesitzer, der seine Hunde so miserabel erzieht, dass sie grundlos Kleinkinder anfallen, hat als Hundehalter vollkommen versagt. Und ein Hund, der ein kleines Kind zerfleischt, gehört auf der Stelle eingeschläfert.
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