Doris Knecht
| 10/09
| Kurier-Kolumne
Es war etwas später geworden als geplant und bereits finster, deshalb rief die Kollegin B. der 15jährigen Freundin ihrer Kinder ein Taxi und steckte ihr für die Heimfahrt einen Zehn-Euro-Schein zu. Das Mädchen ist diesen Weg vom 1. in den 7. Bezirk schon öfter im Taxi gefahren, und es hat immer etwa acht Euro gekostet. Diesmal kostete es, oje, 10,20. Was tat der Taxifahrer? Er beschimpfte das Kind so lange, bis dieses schließlich verzweifelt die Tante, die auch im Haus wohnt, anrief. Aber bis die unten ankam, hatte der Taxler das Mädchen – „Schleich di!“ – schon aus dem Taxi geworfen. Die ganz, ganz feine Art.
Eine solche erlebte auch ein gleichfalls 15jähriger Schüler des Lycee. Der spielte nach der Schule mit Freunden Fußball am Bauernfeldplatz, und es passierte, was manchmal passiert: Der Ball traf ein Schaufenster, das äußere Fenster ging zu Bruch. Als der Bub deswegen zerknirscht in das Geschäft ging, sperrte ihn der aufgebrachte Inhaber prompt darin ein und ließ ihn nicht mehr hinaus. (Die Schultasche des Schüler stand noch draußen.) Er ließ den Schüler, dem langsam ungut wurde, auch nicht telefonieren, erst nach langem Verhandeln durfte er schließlich seine Mutter anrufen: Die auch sofort kam, und die Sache regelte.
Was lernen wir daraus? Jugendliche sind oft Gfraster. Aber Erwachsene auch.
Zum Schluss noch ein Nachtrag zur Bim-Kolumne von vorgestern: Die Druckerschwärze war praktisch noch feucht, erhielt Ihre Autorin gestern früh schon ein Mail der Wiener Verkehrsbetriebe: Man untersuche bereits den Vorfall mit der gehbehinderten Frau und bitte um nähere Infos zur „weiß-nix“-Sache, denn: „Mit dem Verhalten des Mitarbeiters sind auch wir nicht zufrieden.“ Halleluja: Das nenne ich Kundendienst.