Doris Knecht
| 11/09
| Kurier-Kolumne
Gestern um 14.35 Uhr hatte die Facebook-Seite „Audimax-Besetzung in der Uni Wien!“ 20.778, nein: 20.779 Fans. Auf der Seite lassen sich in Echtzeit der Stand der Aktion und der Diskussion mitverfolgen: Es wird angekündigt, rekapituliert, informiert, diskutiert: Und aus dem In- und Ausland tüchtig solidarisiert. Zu Recht: Es ist schwer zu begreifen, dass in einem so reichen Land die Bildungsinstitutionen finanziell derart ausgehungert werden. Und der Politik auf überrannte Universitäten kaum eine andere Antwort einfällt als Studiengebühren und andere Zugangsbeschränkungen.
Die 34 Millionen Euro für den gesamten heimischen Universitätsbetrieb, die Minister Hahn jetzt zugesagt hat, sind ein höchstens Anfang, nicht viel mehr als der berühmte Tropfen.
Man muss diesen Protest unterstützen. Denn wenn sich nicht jetzt endlich etwas verbessert, wird es noch viel schlechter werden. Wenn nicht jetzt massiv in Bildung investiert wird, dann werden wir alle bald mit den Folgen leben müssen: Denn irgendwann wird sich das akademische Desaster weit abgeschlagen gerankter Universitäten auch in der Realität spiegeln.
Auch deshalb geht das alles nicht nur die aktuell Studierenden an – und wir sollten sie nicht die ganze Protest-Arbeit alleine machen lassen: Das Problem wird, wenn sich nichts ändert, auch die jetzigen Kindergärtler und Schulkinder betreffen. Und die sollten wir Eltern an der Hand nehmen und mit ihnen bei der nächsten Demonstration mitmarschieren. Auch wenn am nächsten Tag Schule ist: Denn irgendwann , bald, ist am nächsten Tag Universität, und es wäre besser, wir hätten dann eine, die diesen Namen auch verdient.