In Salzburg hat vorgestern Nacht ein Mann auf drei Obdachlose geschossen und zwei davon getroffen und verletzt; es habe ihn gestört, dass die Leute auf einem Firmengelände in der Nähe seines Wohnhauses übernachten wollten. In Wien dagegen bekomme ich Briefe wie jenen von Leser Karl B.: „Bin zwar Alleinverdiener und die Tochter hat im September mit der Schule begonnen (Sie wissen, dieser Umstand ist mit nicht geringem finanziellen Aufwand verbunden), werde aber trotzdem für zumindest zwei Decken spenden.“ Und jenen von Franz S.: „Im Krieg (ja, ich bin mit 15-einhalb zur Flak eingerückt und heute im 82sten) mussten wir viele Nächte im Freien an Gerät und Geschützen verbringen und haben Decken schätzen gelernt. Und so hat mich Ihr Beitrag zur spontanen Spende von zehn Decken an die Gruft angeregt.“ Denn ich hatte letzte Woche hier darüber berichtet, dass das Caritas-Lager mit Wolldecken für Obdachlose fast leer sei. Nicht nur diese beiden Leser spendeten: „Nach dem Aufruf glühten bei uns die Telefone“, schreibt der Pressesprecher der Caritas Wien. „Ein großzügiger Spender, der anonym bleiben möchte, hat 3000 Euro für 200 Decken gespendet, dass ist ein wichtiger Beitrag. Rund 30 Decken wurden bereits gestern Vormittag in den drei Ausgabestellen vorbeigebracht.“ Ich danke meinen Leserinnen und Lesern, dass sie nicht schießen, sondern helfen. Apropos Hilfe. In einem momentan kursierenden Rund-Mail empfehlen die Blaulicht-Organisationen im eigenen Handy folgendes einzuspeichern: Unter dem Kürzel ICE (In Case of Emergency) die Nummer jener Person, die im Falle eines Notfalls informiert werden soll. Auch wenn der Fall bitte bloß nicht eintreten möge.