13.11.09

Im Kreis der Fehlbaren

Doris Knecht | 11/09 | Kurier-Kolumne

Prokrastinieren  – also aufschieben – war gestern: Jetzt wird durchgewurstelt: Weil es manchmal zielführender ist, das Leben nicht nach Plan zu führen, sondern es einfach passieren zu lassen. Wie man das macht, weiß der Wiener Autor Christian Ankowitsch im neuesten seiner „Kleinen Seelenklempner“. Der trägt den Titel „Wie Sie sich glücklich durchs Leben improvisieren“ und Ankowitsch begibt sich darin in heiterer Grundstimmung nicht nur in die alltäglichen Kampfzonen: Wie man cool ist, wie man abnimmt, wie man Dinge wegwirft, wie man mit dem Rauchen aufhört oder wie man den richtigen Partner findet und behält.
Nein: Er bricht auch die ganz großen, die ganz elementaren Fragen (ja, selbst die nach dem Sinn des Lebens) auf das überschaubarste Private herunter: Weil das der Ort ist, wo man diese Antworten auch braucht.
Wobei es nicht unbedingt darum geht, dass man ein besserer oder erfolgreicherer Mensch wird, sondern viel mehr darum, dass man die eigene Fehlbarkeit leichter erträgt. Was, wie sich einwenden ließe, die Welt nicht optimiert: Allerdings sind ein paar Menschen mehr, die mit sich im Reinen sind, für das globale Psychoklima sicher nicht abträglich. 
Ankowitsch verrät ein paar gute Tricks zum Glücklichwerden, er hat sehr liebevolle und lebensnahen Ansichten über das Erziehen von Kindern und er drängt sanft, aber nachdrücklich dazu, den Blick aufs Wesentliche zu lenken. Z.B. auf „Liebe, Respekt und Engtanzen.“
 
Am Fr. den 13. 11. wursteln sich Christian Ankowitsch und Doris Knecht gemeinsam durch die Präsentation von Ankowitsch’ Buch:  19 Uhr, Kunsthalle Wien project space, am Karlsplatz.

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