Doris Knecht
| 11/09
| Kurier-Kolumne
Der Taxifahrer fuhr 17 Minuten lang orientierungslos durch den Prater und setzte mich dann einfach irgendwo aus. Die Straße des 1. Mai mit dem gesuchten Restaurant sei vermutlich da hinten und dann um die Ecke. Vielen Dank, man stöckelt ja gerne nachts mausallein an finsteren Geisterbahnen und geschlossenen Zuckerwatte-Standln vorbei. Aber ich erreichte heil das prallvolle Riesen-Restaurant, in dem gerade mit Ansprachen, Lesungen von Eva Rossmann und Franzobel sowie einem großartigen Konzert der famosen Frau Gustav die Eröffnung der heurigen Lesefestwoche gefeiert wurde: Und heute Abend wird – die Rede hält Eva Menasse – die Buch Wien am Messegelände eröffnet.
Gut, Lesefestwoche und Buch Wien sind nicht die Frankfurter Buchmesse, werden es nie werden. Aber es wird jedes Jahr besser. Vor allem: Man spürt die Buch Wien jetzt in der Stadt, man spricht darüber. Wer liest wo?, bei welcher Lesung trifft man wen?, wann ist man auf dem Messegelände?, was gibt es dort? und wo gehst du am Freitag hin? Und was gibt es sonst noch? (Sonst gibt es zum Beispiel noch Kinderprogramm, Diskussionsrunden, schreibende DJs – bzw. plattenauflegende Autoren – und eine Schiffreise. Alle Informationen: www.lesefestwoche.at.)
325 Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland lesen, 400 Verlage stellen ihre Neuerscheinungen vor. Und wenn Sie mich fragen, ist das spitze, wenn es in Wien eine Woche lang des geschriebenen Wortes wegen wurlt, wenigstens ein wengerl. Wenn Literatur ein paar Tage lang ein Thema ist; und ein gesellschaftlicher Faktor. Und voller Ereignisse, von denen man zumindest ein paar nicht versäumt haben möchte.