Doris Knecht
| 12/09
| Kurier-Kolumne
Guten Tag, ich heiße Doris Knecht und möchte Österreichs Superpraktikantin werden, weil Josef Pröll viel von meinen Erfahrungen profitieren kann. Nein, Witz, ich natürlich von seinen. :-)
Möglicherweise bin ich bei der Wahl zu Österreichs Superpraktikant (www.superpraktikant.at) aber ein bissl spät dran: Hunderte junger und nicht mehr so junger Menschen haben bereits ihre Superbewerbungen für den einwöchigen Superjob beim Supervizekanzler ins Netz gestellt und lassen jetzt für sich voten. Und ich fürchte, mein Chance entspricht etwa jener des jungen Kärntners Hubert T., der „unbedingt gewinnen“ will und schon drei Stimmen auf sich vereinen konnte: Platz 291.
Dabei wäre er als gesellschaftliche Minderheit eigentlich hübsch prädestiniert: Platz eins hält derzeit eine Falter-Redakteurin mit fast 5000 Stimmen, ganz knapp gefolgt von einem Rolli-Fahrer. Platz sechs belegt ein Clown, Platz neun ein Mann mit sichtbarem Migrationshintergrund, Platz 20 eine junge Frau mit Geweih.
Auf Platz 24 findet sich der erste einer Reihe von Bladen. Auf Platz 27 möchte eine brüllfarbene Prinzessin „frischen Wind“ in die Politik bringen, was mir Sorgen macht, weil schon das winzigste Winderl weherte ihr das rutschende Kleid vom Leib. Auf Platz 32 bewirbt sich ein Pfarrer (oder: ein Mann im Pfarrerkostüm?) auf Platz 53 und 56 zwei gänzlich kostümfreie Männer. Auf 83 kandidiert ein Hund, auf 230 Superman.
Gegen diese erdrückende Konkurrenz komme ich nicht an, ich ziehe meine Bewerbung zurück. Und vote stattdessen für die aktuelle Nr. 2, Martin Habacher, der Josef Pröll, wenn er gewinnt, eine Woche lang in einen Rollstuhl setzen will, zwecks Super-Perspektiven-Erweiterung. Und das würde ich doch zu gerne sehen.