Doris Knecht
| 12/09
| Kurier-Kolumne
Liebes Christkind, tut mir leid,
meine Liste kommt erst heit,
für Wünsche war bisher ka Zeit,
Aber jetzt bin ich soweit.
Liebes Christkind, bitte bring,
dem Heinz-Christian ein Piercing,
das passert gut zum neuen Bart,
und er ist ja eh so hart.
Liebes Christkind und dem Uwe,
bring doch bitte neue Schuhe,
die jetzt sind ihm viel zu groß,
damit stolpert er ja bloß.
Liebes Christkind, sei nicht krank,
bitte schenk mir keine Bank!
Willst du Anerkennung ernten,
bring mir einen Freistaat Kärnten.
Loslösung von Österreich,
das wär ein Husarenstreich!
Wenn der Gerhard dafür sörg:
er würd unsterblich wie der Jörg.
Christkind, gutes, bitte bring,
der Justizministerin
eine eigene Autospur,
sie kommt sich sonst deppert vur.
Das ist bitte nicht großkopfert,
wenn man sich fürs Gemeinwohl opfert.
Dafür hat man was verdient!
Zum Beispiel, dass ein Akt verschwindt.
Liebes Christkind, außerdem,
fände ich für Wien bequem:
viel mehr Sonnentage und
ein Führerschein für jeden Hund.
Und bitte für die Wiener Wahl,
einen göttlichen Bannstrahl,
der jede grausliche Parole
automatisch, zack, verkohle.
Und schenke doch der Bundesbahn
Pünktlichkeit nach dem Fahrplan.
Liebes Christkind, ganz famos: Meine Freud wird grenzenlos.