26.05.10

Das werden wir ja sehen

Doris Knecht | 05/10 | Kurier-Kolumne

Das Thema der nächsten Wochen: Der Rauch, und was damit geschieht. Die Zäsur rückt unaufhaltsam heran: Ab 1. Juli müssen Lokale über 70 Quadratmeter über räumlich getrennte Raucherbereiche verfügen. Doch offenbar haben in Wien die meisten Wirte mit den Umbauten ihrer Lokale noch nicht einmal begonnen. Wollen sie die Sache aussitzen? Spekuliert man darauf, dass man einen Nichtraucherbereich vielleicht doch wie bisher auch weiterhin mit einem dieser hübschen Nichtraucher-Blechschildchen, das an einer dekorativen Kette über einem einzigen Tisch mitten im Lokal baumelt, definieren kann? Wird man nicht. Allerdings, und das ist möglicherweise der Grund für die gastronomische Zögerlichkeit, wird es auch nach dem 1. Juli keine Organe geben, die die Einhaltung der neuen Gesetze kontrollieren: Denn es spekuliert auch der Gesetzgeber, nämlich auf die hierzulande historisch verankerte Lust am Vernadern. Das könnte zu einer eine schönen neuen Nebenbeschäftigung für pensionierte und Freizeit-Querulanten avancieren: gemma Gastwirte denunzieren. Die Gastwirte hoffen, scheint's, auf die Kulanz ihrer nichtrauchenden Stammgäste. Das wird sich auf die Dauer nicht ausgehen. Was dann? Das Lokal auf unter 70 Quadratmeter verkleinern? Unter dieser Grenze dürfen die Wirte nämlich selber entscheiden. Gescheiter, wenn schon Ausnahmen, wäre es, den Wirten die Freiheit zu lassen, ihren Gästen ab 22 Uhr das Rauchen zu gestatten: Da haben alle gegessen, alle Kinder sind im Bett und wer um die Zeit noch unterwegs ist verträgt auch ein bisschen schlechte Luft. Aber für Vorschläge ist es jetzt zu spät. Jetzt wird umgebaut: gern oder nicht.
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