Doris Knecht
| 02/11
| Kurier-Kolumne
Weiter gehts mit ULP, und warum? Rufen Kunden beim ULP-Kundenservice an, erhalten sie auf ihre dezidierten Fragen schwammige, vorgefertigte Antworten. Was hörte Sibylle H., als sie wegen der Sache mit dem gelben Zettel ganz konkret nachfragte? „Wir nehmen das entgegen", „Das kann ich Ihnen nicht sagen", „Das kann ich nicht versprechen". Eine befriedigende, den Sachverhalt klärende Antwort erhielt sie erst von der Post-Filial-Mitarbeiterin, und auch erst nachdem diese sie mit einem kopierten Zettel mit der Kundenservice-Telefonnummer abwimmeln wollte: bei der H. aber ja bereits abgewimmelt worden war.
Genau das ist das Gefühl, das immer mehr Post-Kunden haben: das Gefühl des Abgewimmeltseins.
Die Kunden wissen eh, dass nicht einzelne Mitarbeiter Schuld an der Misere sind, dass die Probleme systemisch sind und Kundschaft wie Mitarbeiter gleichermaßen frustriert. Sie wissen, dass die meisten Zusteller und Filialmitarbeiter ihre Arbeit gewissenhaft tun, häufig mehr als das. Sie wissen, dass die Probleme nicht die Schuld einzelner Mitarbeiter ist, sondern die Folge ihrer Überforderung, die wiederum die Folge von Missmanagment und Sparmaßnahmen ist.
Und deswegen reagieren sie sich nicht an den Mitarbeitern ab, sondern rufen beim Kundenservice an, wo sie dann wie kleine Kinder abgewimmelt werden. Am Salzamt.
Leserin M., die letzte Woche auf einem Postamt im dritten Bezirk in einer kurzen Schlange mit ihrem gelben Zettel eineinhalb Stunden warten musste, kontaktierte danach die Servicestelle. Sie bekam folgende Antworten: Wir nehmen das entgegen, das kann ich Ihnen nicht sagen, das kann ich Ihnen nicht versprechen.
Also: Wohin mit den Anliegen? Hierhin eben.