9.02.11

Einfach weiterleben

Doris Knecht | 02/11 | Kurier-Kolumne

Darüber möchte man gar nicht nachdenken. Das sind Gedanken, die man gerne wegschiebt. Aber heute ist Internationaler Tag der Kinderhospizarbeit. Und: 400 Kinder sterben in Österreich im Jahr, viele davon an einer tödlichen Krankheit. Man möchte gar nicht nachdenken, wie das ist: für das Kind, die Eltern, die Geschwister. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des mobilen Kinderhospizes "Netz" in Wien tun es: Sie stellen sich: einem Kind, das sterben wird. Und der Verzweiflung, Angst und Trauer seiner Angehörigen.

Das Kinderhospiz hilft Familien, die sich damit abfinden müssen, dass ihr Kind nicht wieder gesund, nie erwachsen werden wird, an dem Schicksalsschlag nicht zu zerbrechen, weiter als Familie zu leben. Vor allem, wenn da auch noch Geschwister sind, mit einem eigenen Leben, das davon geprägt ist, dass ihre Schwester, ihr Bruder sterbenskrank ist.

"Netz" unterstützt diese Familien: 'Das Kind wird von einer Palliativ-Medizinerin betreut, seine Familie bekommt Hilfe bei der Pflege, psychologische Betreuung, finanzielle Beratung, Wege und Einkäufe werden erledigt, den Geschwisterkindern wird ermöglicht, ihr Kinderleben, mit Kindergarten, Schule, Nachmittagsprogramm so normal wie möglich weiterzuleben. Und es wird ihnen geholfen, mit ihrer Trauer fertig zu werden, wenn das kranke Kind gestorben ist - so lange, wie die Familien diese Hilfe brauchen. 25 ehrenamtliche "Netz"-Mitarbeiter, die alle einen sechsmonatigen Befähigungskurs abgeschlossen haben, unterstützen derzeit sechs Familien, darunter eine, die ihr Kind vor zwei Jahren verlor.

Das mobile Kinderhospiz "Netz" ist auf Spenden angewiesen (BAWAG, 14000, Kto-17210 804 897) Auch wenn man nicht darüber nachdenken will: Helfen kann man trotzdem.
« Es ist hier einfach viel zu dunkel | Main | Zu Gunsten der Briefträger »