Doris Knecht
| 02/11
| Kurier-Kolumne
Darüber möchte man gar nicht nachdenken.
Das sind Gedanken, die man gerne wegschiebt. Aber heute ist
Internationaler Tag der Kinderhospizarbeit. Und: 400 Kinder sterben in
Österreich im Jahr, viele davon an einer tödlichen Krankheit. Man möchte
gar nicht nachdenken, wie das ist: für das Kind, die Eltern, die
Geschwister. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des mobilen Kinderhospizes
"Netz" in Wien tun es: Sie stellen sich: einem Kind, das sterben wird.
Und der Verzweiflung, Angst und Trauer seiner Angehörigen.
Das Kinderhospiz hilft Familien, die sich damit abfinden müssen, dass
ihr Kind nicht wieder gesund, nie erwachsen werden wird, an dem
Schicksalsschlag nicht zu zerbrechen, weiter als Familie zu leben. Vor
allem, wenn da auch noch Geschwister sind, mit einem eigenen Leben, das
davon geprägt ist, dass ihre Schwester, ihr Bruder sterbenskrank ist.
"Netz" unterstützt diese Familien: 'Das Kind wird von einer
Palliativ-Medizinerin betreut, seine Familie bekommt Hilfe bei der
Pflege, psychologische Betreuung, finanzielle Beratung, Wege und
Einkäufe werden erledigt, den Geschwisterkindern wird ermöglicht, ihr
Kinderleben, mit Kindergarten, Schule, Nachmittagsprogramm so normal wie
möglich weiterzuleben. Und es wird ihnen geholfen, mit ihrer Trauer
fertig zu werden, wenn das kranke Kind gestorben ist - so lange, wie die
Familien diese Hilfe brauchen. 25 ehrenamtliche "Netz"-Mitarbeiter, die
alle einen sechsmonatigen Befähigungskurs abgeschlossen haben,
unterstützen derzeit sechs Familien, darunter eine, die ihr Kind vor
zwei Jahren verlor.
Das mobile
Kinderhospiz "Netz" ist auf Spenden angewiesen (
BAWAG,
14000, Kto-17210 804 897) Auch wenn man nicht darüber
nachdenken will: Helfen kann man trotzdem.