24.02.11

"Wenn's wirklich wichtig ist..."

Doris Knecht | 02/11 | Kurier-Kolumne

Erst kürzlich wurde hier die Theorie formuliert, dass Eingaben bei der Servicestelle von ULP nichts bewirken. Einen frustrierenden Beweis dafür sandte mir heute Leserin Sabine L.. Dabei wollte die sich gar nicht beschweren. Sie wollte nur, dass ihre Mutter keine Post mehr erhält, denn die ist leider verstorben. 
Frau L. ließ  die Wohnung der Mutter ausräumen und wollte die dort noch eintreffende Post zurückschicken lassen. Auf der zuständigen Postfiliale erfuhr sie, das sei nur über die Servicestelle der Post möglich. Also wandte sich Frau L. telefonisch an diese, und von einem äußerst netten Mitarbeiter wurde ihr beschieden, sie brauche nur ein Mail mit der Sterbeurkunde zu schicken, und die Sache sei erledigt. 
Frau L. tat dies. Die Post an ihre Mutter traf weiterhin ein. Frau L. fragte per Mail nach, und erhielt die Antwort, die Post werde seit 1. Februar an die Absender retourniert. Die Post traf weiterhin  ein. Frau L. schickte eine Woche später ein weiteres Mai an die Servicestelle, und erhielt keine Antwort mehr. Die Post traf weiterhin ein. Frau L. schickt jetzt alle paar Tage ein Mail an ULP, das alle paar Tage nicht beantwortet wird. Ihre verstorbene Mutter erhält weiterhin täglich Post.
Im Unterschied zu Leserin L. aus Wien 11, die ihre Post nur noch unregelmäßig erhält und im Jänner endlich begriff, warum einige ihrer Freunde etwas beleidigt wirkten: Weil sie sich für die Weihnachtspost nicht bedankt hatte. Die allerdings, trotz korrekter Adresse, leider nie bei ihr angekommen war. Genauso wenig wie eine Einladung zu einer Hochzeit. Einen Brief erhielt sie immerhin im vierten Anlauf. 
Wie wirbt ULP? „Wenn's wirklich wichtig ist, dann lieber mit der Post." Äh, hmm.
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