Doris Knecht
| 03/11
| Kurier-Kolumne
Für einmal ist eine Prophezeiung dieser Kolumne eingetroffen: Radfahren wird allmählich zum ganz großen Trend; das Fahrrad wurde, nicht zuletzt aufgrund der neuen rot-grünen Stadtregierung, zu einem zentralen Thema. Ein überaus kontrovers diskutiertes Thema allerdings. Denn während die einen den Rad-Verkehrsanteil in Wien zur Freude der Radler mit diversen Maßnahmen erhöhen wollen, sehen die anderen darin nichts als eine gefährliche Drohung.
Legionen von Leserinnen und Lesern mailen mir Legionen von Geschichten, wie sie von rücksichtslosen Radfahrern von Gehsteigen gedrängt, beschimpft, angerempelt, angefahren und sogar schwer verletzt wurden, inklusive Fahrerflucht.
Dazu ist zweierlei zu sagen: Erstens, ja, es gibt üble Rowdies unter den Radfahrern (wie übrigens auch in allen anderen Menschengruppen), aber es sind keineswegs alle Radler Rowdies. Die meisten benutzen ihr Rad nämlich nicht als Waffe, sondern als schnelles, gesundes, sauberes Fortbewegungsmittel, und sie haben keine Ambitionen, Fußgänger damit zu bedrohen, sondern wollen friedlich ihrer Wege pedalen.
Zweitens liegt eins der Probleme allerdings darin, dass man derer, die das nicht tun, so schwer habhaft wird. Weil es in Österreich keine Kennzeichnungspflicht für Räder gibt. Viele Leser, darunter Herr A., fragen sich, wieso eigentlich, und finden, man sollte über eine Fahrrad-Vignette nachdenken. Ja, kann man: Spricht einiges dafür, z.B. der damit verbundene Versicherungsschutz. Allerdings: Die Schweizer wollen ihre Kennzeichenpflicht wieder abschaffen - der Verwaltungsaufwand sei größer als der Nutzen. Hmm. Interessant. Und: diskussionwürdig; Fortsetzung folgt.