Anna
hat mich vorgestern dabei betreten, wie ich die Hemden des Langen bügelte. Das
glaube ich jetzt nicht, sagte Anna, du! Männerhemden zu bügeln gilt ja als
Fanal feministischer Bankrotterklärung und Selbstaufgabe. Dazu ist allerdings
folgendes zu sagen: Das mit den Hemden ist ein klarer und für mich überaus
vorteilhafter Deal. Ich bügle immer wieder ein paar Hemden und muss dafür immer
nie mit dem Fußball-Mimi zum Fußball-Training, wo man, wie ich vom Langen höre,
bei diffusem Licht und ebensolchen Gerüchen in einer traurigen, kalten Halle am
anderen Ende Wiens zwei praktisch unerträgliche Stunden zu erleiden hat. Ich
glaube der Langeschen Drastik selbstverständlich nicht, hüte mich aber, zu
widersprechen, da der Lange sonst noch auf die Idee kommen könnte, ich sollte
das einmal ausprobieren.
Und
ehrlich, lieber bügle ich zwei Stunden lang Hemden und höre währenddessen
Wolfram Berger dabei zu, wie er mir den "Mann ohne Eigenschaften" vorliest, als
dass ich ebensolange meinem Bubenmädchen dabei zusehe, wie es die Gemeinheiten
einiger Blöd-Buben pariert. Das Bubenmimi zeigt nämlich in seiner
Gender-Indifferenz beeindruckende Sturheit, allerdings wird es allmählich härter,
da die Buben in diesem Alter eine Tendenz zu markanter Deppertheit zeigen und
zu einem ausgeprägten Willen, diese an vermeintlich Schwächeren auszuleben.
Gut, die Mädchen sind auch deppert, aber wenn einmal eins versucht, sich der
schon im Kindergarten verfestigenden Geschlechter-Segregation durch bewusste
Unentschiedenheit zu entziehen, läuft es halt zunehmend Gefahr, sich tüchtig
Gemeinheiten und Demütungen einzufangen. Und es fehlt dem Bubenmimi nun einmal
das Testosteron, das es einem Kind offenbar ermöglicht, sich gegen dergleichen
Grobheiten angemessen zu wehren. Was das Bubenmimi bislang allerdings nicht von
seinem Weg abbringt, es will sich immer noch nicht vorstellen müssen, einst
eine Frau zu sein und dankt schon jetzt dem Schicksalsgen, das alle Frauen in
meiner Familie brustfleischmäßig entschieden untervorteilte. Allerdings wird
dennoch irgendwann der Sommer kommen, wo das Kind in schlabbrigen
Bubenbadehosen nicht mehr sittlich korrekt gekleidet sein wird. Und obwohl der
Lange und ich weiterhin vermeiden, die Angelegenheit zu problematisieren,
hoffen wir doch heimlich, dass das Kind sich bis dahin mit seinem
Gender-Schicksal angefreundet haben wird, also, soweit als notwendig. Es muss
ja nicht gleich Hemden bügeln wollen.
Die drohenden Bikini-Saison,
bei dem Weg... Ich musste feststellen, dass die Schlank-im-Schlaf-Diät nur
funktioniert, wenn man auch im wachen Zustand ein paar Regeln einhält. Und,
genau, ich bin jetzt doch wieder auf Facebook, wo man mit Fotos super lügen
kann, und bevor es mir das jemand unterstellt: es dient praktisch ausschließlich
der schamlosen Selbstvermarktung. Andererseits: das tut es ja immer.