Doris Knecht
| 03/11
| Kurier-Kolumne
Die DVD gibt's schon lange, seit drei
Wochen erst zeigt der ORF die Doku-Serie nun sonntags im Vorabend.
Endlich. Denn der "Wilde Gärtner" ist ziemlich gut. Erstens hat Roland
Düringer (alias Orlando Furioso) ein guten, trockenen Schmäh. Zweitens
ist es immer interessant, so einem Kerl bei einer Art Läuterung zusehen;
in diesem Fall dem Benzinbruder bei der Grünwerdung (und,
augenscheinlich, dem Genuss-Völlerer beim metabolischen Balancieren).
Drittens orientiert sich das Konzept des "Wilden Gärtners" sichtlich an
den lockeren, so schön improvisiert wirkenden frühen Folgen von Jamie
Olivers Kochshow: Koch ma daheim was, laden wir ein paar Haberer ein und
schau ma, was passiert. In Düringers Fall wird nicht gekocht, sondern
gegärtnert, aber ein paar Haberer hat er sich auch heim eingeladen,
wobei "heim" im "Paradies 8" liegt, einem schön gelegenen Garten, mit
einem genial umgebauten alten Bus als Zentrum. Was zum manchmal etwas zu
verspielten Hippie-Charme der Serie beiträgt, eventuell auch von
Grünzeug inspiriert, das im "Paradies 8" gewiss nicht angebaut wird.


Das und Düringers lässiges Team aus
überwiegend nicht hauptabendkompatiblen Menschen (prima: Birgit Denk als
singende "Schwester") dürfte des ORF s Zaudern befeuert haben, die
wilden Gärtner ins Programm zu nehmen. Denn die sind alle so gar nicht
Karl Ploberger, sondern jeder Einzelne ziemlich exakt das Gegenteil des
TV-gärtnernden Ideal-Schwiegersohns. Alles: Typen. Und: genau das hat
Charme. Nächsten Sonntag wieder (18.55 Uhr). Und nächstes Frühjahr
hoffentlich auch.