21.03.11

Wo der Schmäh wächst

Doris Knecht | 03/11 | Kurier-Kolumne

Die DVD gibt's schon lange, seit drei Wochen erst zeigt der ORF die Doku-Serie nun sonntags im Vorabend. Endlich. Denn der "Wilde Gärtner" ist ziemlich gut. Erstens hat Roland Düringer (alias Orlando Furioso) ein guten, trockenen Schmäh. Zweitens ist es immer interessant, so einem Kerl bei einer Art Läuterung zusehen; in diesem Fall dem Benzinbruder bei der Grünwerdung (und, augenscheinlich, dem Genuss-Völlerer beim metabolischen Balancieren). Drittens orientiert sich das Konzept des "Wilden Gärtners" sichtlich an den lockeren, so schön improvisiert wirkenden frühen Folgen von Jamie Olivers Kochshow: Koch ma daheim was, laden wir ein paar Haberer ein und schau ma, was passiert. In Düringers Fall wird nicht gekocht, sondern gegärtnert, aber ein paar Haberer hat er sich auch heim eingeladen, wobei "heim" im "Paradies 8" liegt, einem schön gelegenen Garten, mit einem genial umgebauten alten Bus als Zentrum. Was zum manchmal etwas zu verspielten Hippie-Charme der Serie beiträgt, eventuell auch von Grünzeug inspiriert, das im "Paradies 8" gewiss nicht angebaut wird.

Das und Düringers lässiges Team aus überwiegend nicht hauptabendkompatiblen Menschen (prima: Birgit Denk als singende "Schwester") dürfte des ORF s Zaudern befeuert haben, die wilden Gärtner ins Programm zu nehmen. Denn die sind alle so gar nicht Karl Ploberger, sondern jeder Einzelne ziemlich exakt das Gegenteil des TV-gärtnernden Ideal-Schwiegersohns. Alles: Typen. Und: genau das hat Charme. Nächsten Sonntag wieder (18.55 Uhr). Und nächstes Frühjahr hoffentlich auch.

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