Doris Knecht
| 04/11
Am 29. 3. wurde hier von der versuchten Abschiebung der sechsjährigen, schwerbehinderten Ani R. berichtet (siehe KURIER.at). Leserinnen und Leser reagierten schockiert: „Grauslich", findet etwa Josef St. die „Gesetz gewordene Xenophobie". „Mir ist schlecht geworden - und ist es immer noch", schreibt Gertrude S.: „Was ist los mit den Menschen und dieser Welt?"
Werner P. meint, „wie schlecht muss es Österreich gehen, dass die Ärmsten der Armen, Kinder und Menschen mit besonderen Herausforderungen so behandelt werden?" Mag. Herbert F. fragt: „Was sind das für Menschen, die glauben schwerbehinderte Kinder bekämpfen zu müssen?" Rudolf W. findet den Umgang mit Ani „erschütternd", Prof. Heinz Ch. sogar „eine hochgradige Schweinerei".
Peter W., ehrenamtlicher Betreuer von ehemaligen KZ-Häftlingen und selbst Vater eines beeinträchtigten Sohnes meldete die „Ungeheuerlichkeit" beim Behinderten-Anwalt Erwin Buchinger - eine Antwort steht noch aus. Leser Helmut Sch. bat die involvierte BH Baden um eine Stellungnahme und erhielt folgendes Mail: Er sei „einer nicht korrekten Berichterstattung aufgesessen". Wie es sich aus der Sicht BH wirklich zugetragen haben soll, könne allerdings „aufgrund des Amtsgeheimnisses und der Wahrung von Individualrechten" leider nicht berichtet werden. Man sei aber bemüht gewesen, „menschliche Aspekte mit rechtlichen Verpflichtungen zu kombinieren".
Die Betreuerin von Ani R. ist über diese Darstellung hoch empört. Ani selbst leidet wegen falscher medikamentöser Behandlung infolge einer Fehleinschätzung der BH Baden nun unter Krampfanfällen und liegt nach wie vor im Spital - ohne ihre Mutter.