17.06.08

Extra-Chuzpe

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Es gab an dieser Stelle bemerkenswert lange keine Beschwerden über die Post mehr; aber jetzt. Familie H. schreibt: Der erwachsene Sohn  wollte den Eltern  eine Freude machen, steckte einen USB-Stick mit neuen Fotos der Enkel in ein gepolstertes Kuvert, klebte es zu und verschickte es mit der Post. Das Kuvert kam an; geöffnet, leer und mit Tixo wieder zugepickt. Das ist einmal etwas anderes als  das, was ein Freund immer wieder mit CDs erlebt, die er dienstlich von Plattenfirmen zuschickt bekommt: Die müssen  nicht selten öfter als zweimal versandt werden,  weil sie am Postweg einfach spurlos verschwinden. Ein  Kuvert leerzufladern und es dann den Postweg beenden zu lassen, ist allerdings Extra-Chuzpe.
Ein paar Nachträge zu Kolumnen der vergangenen Tage: Der Swiss Beach ist nun für alle, nicht mehr  nur für VIPs, über den Urania-Abgang bei der Herrmannbar zu betreten: hurra.
Sofie A., die mit ihrem Enkel Ärger in der Oper hatte, bedankt sich herzlich für eine Entschuldigung und zwei Karten für eine Kindervorführung. Das ist  nett. (Eine  Kollegin der Billeteurin hat diese in einem Mail an mich sehr verteidigt, was auch nett ist:  Ich möchte  dazu klarstellen, dass es nicht darum ging, eine Mitarbeiterin, die sich an die Vorschriften hielt, zu kritisieren, sondern die Vorschriften.)
Und der LiLäLa-Eintrag zu den offenbar geistesgestörten Männern, die wahl- und grundlos  Menschen  stoßen oder  schlagen, wird nach Leser-Einsprüchen  wieder gelöscht: Das habe auf einer Liste Lässliche Laster nix verloren, denn Körperverletzung sei eben kein lässliches Laster wie auf den Boden spucken oder in der U-Bahn Pizza essen, sondern  eine Straftat.  Und wo meine Leser Recht haben, bekommen sie Recht.
05.07.07

Ahnungloses Weib!

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Nur Minuten nach Erscheinen der gestrigen Kolumne traften bereits erste  Mails von Männern ein, die sich über meinen jüngsten LiLäLa-Eintrag empörten, der von Herren handelt, die mit der Hand am Hosentürl das WC verlassen, Schlussfolgerung natürlich: unterlassene Griffelreinigung. Aber falsch. Tenor der Mails, ungefähr: Sie! Sie ahnungsloses Weib, Sie! Dieser Griff zum Hosenladen sei natürlich keinesfalls Hinweis auf mangelnde Hygienemodalitäten, sondern praktisch im Gegenteil ein überaus manierliches Nachfassen,  ob denn der Hosenschlitz auch ordentlich verschlossen sei. Aha! Hier irrte Ihre Autorin also. 
Hier irrte sie ebenfalls: Denn das Ramses Bellydance Outlet, das  mich letzte Woche während einer Fahrt durch die Ottakringer Straße erheiterte, sei, wie mich verstimmte Leserinnen  informierten, kein  weiteres Sexlokal wie der Swinger-Club vis-a-vis in der ehemaligen Postfiliale. Sondern tatsächlich ein Ableger eines Bauchtanzbedarfsgeschäfts, mit dem eine tüchtige Unternehmerin die Ottakringer  keineswegs weiter Richtung Abgrund schiebe,  sondern im Gegenteil belebe. Es liegt  mir selbstverständlich fern, diese Geschäftsidee zu  sabotieren.
Und ich freue mich auch, dass  das Familienunternehmen  Leder  Appel an selbiger Ecke seit fast 30 Jahren Möbel verkauft und dem Viertel auch künftig die Treue halten wolle, wie mir die Geschäftsführerin per Mail versichert.  Desgleichen verfolgt eine institutionenübergreifende Initiative „Handwerk in Ottakring“  neben vielen anderen Aktionen das Ziel, kleine Handwerksbetriebe in leerstehenden Lokalen zu errichten: nette Idee. Denn was immer zur Diversifizierung der Ottakringer Straße getan wird: prima.
04.07.07

Wie mit dem Megaphon

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Was sind das für Leute, die an einem Sommersonnntagmorgen um  halb sieben ihren Sack voll Altglas im Container entsorgen, schön Flasche auf Flasche? Da möchte man, wäre man nicht so müde, ans Fenster treten und rufen: Was sind Sie denn für einer?! Was haben Sie denn für ein Problem?! Was für eine Sorte Hass tragen Sie denn mit sich rum?!
Aber man bleibt, weil man zu müde ist und die anderen Nachbarn nicht noch schlimmer quälen will,  im Bett  liegen und brüllt nicht hinunter, sondern  wartet das Ende des Flaschengeklirrs ab: Aber eine hat er noch, und noch  eine, und eine noch, und als endlich wieder ein einem Sonntagmorgen angemessener Friede herrscht, bin ich so unwiderruflich wochentagsmunter, dass ich  aufstehe, mein Notizhefterl hole und mir aufschreibe: LiLäLa – Entsorgen von Altglas am Sonntag vor acht Uhr früh. Nein: neun! Noch besser zehn.
 Apropos Liste Lässlicher Laster: Meine Freundin S., die in Hamburg lebt, macht mich auf die männliche Unart aufmerksam, öffentlich das Gemächt in der Hose ummadum zu rücken. Stimmt, aber mit diesem Phänomen hat sich erst kürzlich die geschätzte Kollegin Kuhn in ihrer Freizeit-Kolumne erschöpfend beschäftigt.
Was ich aber wohl in die LiLäLa aufnehmen möchte, ist eine damit eng verwandte und  buchstäblich weiterreichendere  Unart: Die Angewohnheit vieler Männer, das WC noch  mit der Hand am Hosentürlverschluss zu verlassen, was wahrscheinlich irgend einen archaischen Alphadingshintergrund hat, vor allem aber  wie mit dem Megaphon die Botschaft in den Raum brüllt: Der! Hat! Sich! Die! Hände! Nicht! Gewaschen! Und das geht ja  gar nicht.
13.06.07

Werbefuzzis geheime Fantasien

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Das Wetter eignet sich vortrefflich zur Vertiefung der Deo-Problematik. Auch: zu ihrer behutsamen Korrektur. Denn nachdem ich letzte Woche mangelnde Deodisziplin in die Liste Lässlicher Laster aufnahm, rügten mich mehrere Leser, und zwar zu Recht. Es sei „ein Irrtum“, schreibt Erwin M, „die Achselhöhlen einfach mit einem Deo zuzuschmieren und zu glauben, damit hat sich die Sache erledigt“. Dem ist nicht zu widersprechen; wenngleich mich zarte Verzweiflung beschleicht, da  offenbar der Hinweis notwendig ist: Man muss natürlich vorher duschen, Damen und Herren! Und, wie Herr M. anregt, auch Wäsche und Oberbekleidung regelmäßig reinigen! Er schließt mit einem Einwand, den  auch Julius B. vorbringt: Der fühlt sich vom ständigen öffentlichen Duftterror weitaus mehr belästigt als von etwas Schweißgeruch. Und man müsse sich  schon auch fragen, woraus diese Düfte bestünden und ob sie schädlich sind.
Ich korrigiere den Eintrag in die LiLäLa also wie folgt: An heißen Tagen wie diesen  wird die erwachsene Bevölkerung gebeten, täglich zu duschen, frische Wäsche zu tragen und Deos zu benützen, aber lieber solche, die nicht  mit Bumm Tschicka Wah Wah auf die Umgebung losgehen, wie das ein Werbespot gerade verspricht. (Es verrät einem übrigens Faszinierendes über die geheimen Fantasien von Werbemenschen, dass alle paar Monate ein neuer Spot  behauptet, das beworbene Produkt bringe Frauen dazu, sich die Kleider vom Leib zu reißen. Nach einem Handy-Tarif und einem Schokoriegel soll das nun ein Deo bewirken.) Das verwenden Sie  wenn möglich nicht. Verwenden Sie  leise, höfliche Deos aus menschen- und umweltverträglichen Zutaten. Das macht alle froh.
08.06.07

Wie man sich beliebt macht

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Lassen Sie uns heute wieder die Liste Lässlicher Laster ergänzen, diesmal um einen saisonabhängigen  Punkt aus dem Segment des Geruchsmanagements. Es handelt sich, wenn ich die LiLäLa korrekt memoriere, um Eintrag 4, nach Auf-den-Boden-spucken (1), Müll-herumliegenlassen (2) und  Urinieren außerhalb dafür vorgesehener Örtlichkeiten (3), welches uns ja nächstes Jahr während der Euro besonders intensiv beschäftigen wird.
Aber jetzt, tada!, begrüßen wir auf Platz 4 der LiLäLa: geruchsbarrierefreies Kampfschweißeln in bebauten Gebieten.
Denn die Deodisziplin lässt zu wünschen übrig, das lernen Benützer öffentlicher Verkehrsmittel jedes Frühjahr, besonders, wenn sie ein jähes Bremsmanöver im Gedränge nasevoran in eine an  einem Haltegriff baumelnde feuchte Achselhöhle befördert:  Gnade!!!
 Nun lässt sich das Transpirieren bei Temperaturen über 30 Grad kaum vermeiden, aber mit der Verhinderung und Bekämpfung der dabei entstehenden Gerüche haben sich schon die alten Ägypter und später ganze Industriezweige erfolgreich beschäftigt. Leider hat sich die Erfindung des Deodorants bis heute nicht lückenlos herumgesprochen. Beziehungsweise: Noch immer gibt es Menschen, die der Meinung sind, sie seien der eine Naturgünstling, dessen Schweiß auch nach einem langen Arbeitstag bei 35 Grad konsequent nach Rosen duftet. Dafür gibt es einen einfachen Geruchsselbsttest: Handrücken 30 Sekunden lang an der eigenen nackten Achsel reiben, unter die Nase halten. Deo erwerben, anwenden, Beliebtheitswerte maximieren.
Hören Sie  Ihre Mitreisenden, Ihre Kolleginnen, Ihre Mitleidenden in der Schlange am Postschalter rufen: Danke, Sie! Danke, dass Sie jetzt auch ein Deo benutzen.
11.05.07

Rudel-Komasaufen, Juhu

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Alle freuen sich wie dulliö auf die Fußballeuropameisterschaft, nur ich nicht. Na ja, Ursula Stenzel auch nicht.  Frau Stenzel fürchtet die Massen, den Lärm und den Dreck, den die Euro 08 in ihre City spülen wird. Und mit was: mit Recht.
Nun erwägt die Innenstadt-Bezirksvorsteherin offenbar ein Pinkelverbot mit entsprechender Beschilderung  für die Parks entlang der geplanten Fanmeile am Ring, denn sie sorgt sich um die innerstädtischen Grünräume; um die Rosen im Volks- und die Bäume im Burggarten. Das tut sie auf der Basis schlechter Erfahrungen: Nicht eigener, sondern deutscher, denn bei der letztjährigen Fußball-WM, es beutelt mich schon beim bloßen Hinschreiben, wurde der Berliner Tiergarten, der unglücklicherweise entlang der Fußball-Fanmeile zu liegen gekommen war, täglich mit ca. 200.000 Litern Menschenurin getränkt. Ua.
Das  Urinieren an dafür nicht vorgesehen öffentlichen Orten wurde ja erst unlängst in den anschwellenden Unarten-Beschwerdegesang aufgenommen, der hier seit einiger Zeit erklingt, und den wir ab sofort  Liste lässlicher  Laster, kurz LLL, nennen wollen: Insofern ist ein Verbot  öffentlichen Herumbrunzens nur zu begrüßen. Befremdlich daran ist einzig, das es offenbar bislang nicht verboten war.
Was  einerseits natürlich als positiver Hinweis auf ein scheinbar   einigermaßen selbständig  funktionierendes Wiener Verantwortungsbewusstsein gewertet werden kann. Andererseits wundert gerade auch deshalb  die allgemeine Vorfreude-Euphorie auf ein Ereignis, bei dem das fröhliche Rudel-Komatrinken  mit allen bekannten Folgen  der Körperfunktionsbeeinträchtigung und (Verantwortungs-)Bewusstseinstrübung  ziemlich im Mittelpunkt steht.  Darauf könnte ich persönlich irrsinnig gut verzichten.
20.04.07

Und jetzt zu Platz 3

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Österreich habe, sagte Österreichs Kanzler  beim SPÖ-Parteitag „einen Aufholbedarf, was den Anstand betrifft“. Gusenbauer bezog sich auf die Sache mit den Eurofightern und die unschöne Angewohnheit einiger  Militärs, Politiker und  Berater, die  Herkunftsangaben auf Geschenken nicht so genau zu studieren oder sie sich legal zu schwindeln: Denn möglich ist es ja, dass einer wie der  Airchief Wolf sich wirklich einzureden vermag, er habe hier eine lautere Herzensentscheidung  für eine Fliegertype getroffen und dort ist  halt einer, der seiner Frau gern etwas Geld geben will; reiner Zufall, dass der so bussibussi mit dem  Fliegertypenkonzern und so weiter.
Anders kann man es sich ja eigentlich nicht erklären, warum die am Ende so leicht zu derwischen sind: Der Wille zur Vertuschung setzt ja  ein Vertuschungsbedarfsbewusstsein voraus, das Wissen über das  Kriminelle am eigenen Tun. Der Verdacht drängt sich auf, dass diese Leute glauben, sie handelten rechtens oder wenigstens im Rahmen einer im Ertappensfall geduldeten Kavaliersdelikthaftigkeit. Insofern ist des Kanzlers  Appell an Moral und Anstandsgefühl überaus notwendig, und es soll sich ihn bitte auch jener Herr hinter den Ohrwascheln notieren, den meine Freundin S. vor ein paar Tagen dabei beobachten musste, wie er in der U-Bahnstation Stephansplatz in eine Ecke urinierte.
Womit wir uns bequem auf Platz 3 der kürzlich hier begonnenen Unarten-Beschwerdeliste hanteln. Platz 1: auf den Boden spucken, Platz 2: überall Müll herumliegen lassen, Platz 3 also:  an Hauswände, Parkbäume oder in U-Bahnstationen brunzen. Böse! Denken Sie im Ernstfall an den Kanzler, der mahnt:  „Wir wollen nicht, dass hier saure Wiesen oder Sümpfe entstehen.“ Das gilt insbesondere für U-Bahnstationen.
12.04.07

Die Liegenlass-Gesellschaft

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Auf meine Kolumnen gegen herumliegenden Hundekot mailte die p.t. Leserschaft nicht nur Zustimmung. Aber fast: das Pro gegen Contra-Lesermail-Match gewann Pro mit  63:8 eher deutlich. Die Leserinnen und Leser mailten allerdings noch mehr: Zahlreiche Wunschlisten die Sauberkeit Wiens betreffen, die sich alle nicht gegen die MA 46 richteten, sondern gegen  Unarten der Wiener.
Unangefochtener Platz 1 unter den lesererzürnenden Untugenden: auf den Boden spucken. Während die Organisatoren der Pekinger Sommerspiele 2008 gerade intensiv versuchen, den Chinesen abzugewöhnen, auf den Boden zu schlatzen, wo sie gehen und stehen, scheint das öffentliche Absondern von Speichelflüssigkeit hierzulande  ein Revival zu erleben. Frauen und Männer (meistens: Männer) feuern ihre Spucke gegen den Erdmittelpunkt, egal, was zwischen ihnen und diesem gerade liegen mag: Gehwege, U-Bahnsteige, Bim–Stationen, Stiegenhäuser.  Die Leserschaft verlangt die  sofortige Abkehr von dieser Unsitte; ich schließe mich an: Wenn Sie nicht gerade ein Instekt inhaliert haben, lassen Sie die eklige Spuckerei.
Platz 2: Dass die Wegwerf-Gesellschaft  zur Liegenlass-Gesellschaft mutiert. Jeder lässt überall seinen Müll fallen: in der U-Bahn, auf Bänken, im Park, auf der Straße. Die Liegewiese jenes  Freibades, das ich seit Jahren besuche, sah letzten Sommer abends jeweils aus wie das Gelände eines dreitägigen Rock-Festivals am Sonntagabend: komplett zugemüllt. Liegt vielleicht auch daran, dass uns die Industrie ständig überall umsonst was (dazu) gibt, was wir nicht bestellt haben: Gratiszeitungen, Gratispräsente, Gratisverpackung. Nicht gewollt, nicht bezahlt, nicht verantwortlich... lassen wirs liegen, ist ja egal.
Ist es aber  eben nicht. Und die Liste wird fortgesetzt.
21.03.07

Ekle Sache, ekles Wort

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Einige Leserinnen und Leser sind der Meinung, es würde an dieser Stelle entschieden zu oft über die Wiener Hundekotproblematik geschrieben. Frau A. F. etwa ist empört, dass sie  hier das  Wort „Scheiße“ lesen musste. Dafür habe ich Verständnis; meine Kinder dürfen das Wort auch nicht benutzen.
Ich bin allerdings verwundert, dass es zwar nicht akzeptabel scheint, über dieses Wort zu stolpern –  in  die Sache, die das Wort benennt, dagegen schon. Und dieses  grausige, stinkende, gesundheitsgefährdende Material unter Schuhen, Kinderwagenrädern und Gehstöcken ist, so unschön das in sensiblen Ohren klingen mag: Scheiße. Und viele wohlerzogene Menschen, denen das ekle Wort nie nie nie über die Lippen käme,  finden nichts dabei, ihre Hunde   auf Gehsteigen, vor Läden und Schulen, Entschuldigung: scheißen zu lassen,  und diese, Verzeihung, Scheiße  nicht zu entfernen.
Ich kann es  einfach nicht mit eleganten Worten beschönigen, wenn mir meine Tochter, wie  erst letzten Sonntag wieder, auf einem eingezäunten Kinderspielplatz ihren, excuse me, hundescheißeverschmierten Fussball in ihren, tut mir leid, hundescheißeverschmierten Kinderhänden entgegenhält. Solange es in Wien Hundehalter gibt, die ihre Tiere ungeniert überall, selbst auf Kinderspielplätze und so auf Kinder und in Kinderhände, sorry, scheißen lassen, und so lange all das nicht spürbar bestraft wird: So lange  muss es ausgesprochen werden.
Glauben Sie mir, das macht mir auch  keine Freude. Aber ich will will will keinen Hundekot mehr von meinen Kindern wischen; und das halte ich für ein vollkommen berechtigtes Anliegen. Solange das Problem da ist, wird es benannt werden: Denn es ist, excusez-moi, Scheiße.
11.03.07

Betrifft: Hundehaltung

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Schreiben vom  7.2. 2007 „an die Mieter des Hauses 19., Krottenbachstrasse 122.
Betrifft: Hundehaltung.
Liebe Hundehalter und Tiefreunde! Die meisten Hundebesitzer befolgen gewissenhaft die gesetzlichen Regelungen in Bezug auf Hundehaltung. Leider gibt es immer wieder Grund zu Beschwerden und Unmutsäußerungen. Ein paar Richtlinien helfen, dem vorzubeugen und das Zusammenleben von Hundebesitzern und Nicht-Hundebesitzern zu erleichtern:
- Achten Sie darauf, dass Ihr Hund seine Notdurft nicht auf dem Gehsteig oder den Gehwegen des/des Wohnhaus/es/anlage, sondern im Rinnsal verrichtet.“
Es folgen drei weitere Punkte, Dank fürs Verständnis, und Hoffnung auf „Ihre Mithilfe, die Lebensqualität unserer Stadt für alle Bewohner zu erhalten! Mit freundlichen Grüßen, Ihre Hausverwaltung Stadt Wien - Wiener Wohnen.“
Danke, Leser D., für dieses schöne Schreiben, in dessen Licht  die putzige Gackerl-Sackerl-Kampagne der Stadt Wien, durch die Wiener Hundehalter endlich begreifen sollen, dass es   verboten und verantwortungslos ist, den Kot ihrer Hunde egal wo liegen zu lassen, nur noch wie Hohn wirkt. Die selbe Stadt Wien fordert die Gemeindebau-Hundehalter  dezidiert dazu auf, ihre Hunde ins  „Rinnsal“ koten zu lassen: Worunter das Österreichische Wörterbuch einen „schmalen Wasserlauf, dessen natürliches oder künstliches Bett“ versteht. (Vielleicht mit  kleinen Brücken für kotfreies Queren mit Kinderwägen, Rollern und Rädern, was man auf Wiener Straßen aber eher selten vorfindet.)
Es ist  also eine Aufforderung, Hunde auf  die Straße scheißen zu lassen. „Nimm ein Sackerl für dein Gackerl?“ Davon ist in dem Schreiben nicht die Rede; nicht ein einziges Mal.
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