04.06.08

Es gibt Reis, Baby!

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Lassen Sie mich noch erwähnen, dass der Horwath tatsächlich 50 Schnitzel für die Kindergrillparty gebacken hat, ich kenn ihn doch, und dass wir das mit den Abschiedssackerl nächstes Mal lassen. Die Horwathin hat nämlich doch welche gemacht, aber da hat der Horwath Recht, das ist zuviel des Guten, das braucht kein Mensch. Nach der Party war ich aber so oder so relativ nah am Ende meiner Kräfte und habe drei Kreuze geschlagen, dass ich jetzt bis zum nächsten Kindergeburtstag 364 Mal schlafen darf. Also tatsächlich durfte ich nur drei Mal schlafen, aber da hatten nicht wir die Scherereien, sondern ein anderer Kindergartenkindsvater, dem wir an seinem Küchentisch zusehends beschickert dabei zusahen, wie er zügig dem Ende seiner Kräfte entgegenstrebte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er später drei Kreuze geschlagen hat, weil er jetzt bist zum nächster Kindergeburtstag 364 Mal und so weiter.
  Allerdings hat die Badesaison nun auch in Wien begonnen, die aber sehr viel weniger Falten macht, wenn der Nachwuchs endlich schwimmen kann. Die 400 Euro, die wir in mehrere Schwimmkurse investiert haben, machen sich nun in heiterer Entspannung mutterseits bezahlt: Ich sitze mit anderen Müttern gelassen unterm Schirm, während unsere Kinder in egal welchem Pool nicht ertrinken; das entstresst die Sommerzeit entschieden. Die Gelassenheit rastet kurz, wenn die Kinder aus dem Becken kommen und sich darüber in die Haare kriegen, wer die Sonnenschutzcreme mit dem höheren Lichtschutzfaktor hat (Ich hab nämlich  50! Und du nur 25! Aber ich kenn jemand, der hat 100, und der borgt sie mir!), wo man sich echt an den Kopf greift und fragt, woher dieser geisteskranke Konkurenzzwang bitte herkommt. Kauft euch sofort ein Eis.
  (Aber ich krieg das größere!). Jesusundmaria. Von uns haben sie das nicht. Naja, vielleicht haben sie es vom Langen und vom Horwath, die sich in Kroatien tatsächlich ernsthaft darüber zerkrachten wie man Basmati richtiger kocht. Ob man ihn ins kochende Wasser schmeißt oder glasiert und aufgießt, was als Die Große Reiskrise in die Kroatien-Annalen einging. Aber am achten Urlaubstag schuf Gott nun mal die Faustwatsche, da muss man durch, gelassen drüber, weitermachen, tun als wär nix gewesen, dann wirds schon wieder.
  Ich bin mit meinem Nicht-mein-Kind-Geht-mich-nichts-an-Mantra überraschend schmerzfrei über die zwei Wochen gekommen: Erst an Tag zwölf platzte mir einmal wegen einer Kinderessen-Sache der Kragen, was aber wohl vor allem damit zu tun hatte, dass ich es gewohnt bin, den Großteil meiner Tage still über Texten zu sitzen, und diese Gewohnheit nehme ich gerne in den Urlaub mit. Aber die schöne Idee, dass man wo hin fährt und dort die Klappe hält, ist vor allem bei Kindern extrem unpopulär, und wer mein mein Meeresrauschen lang genug in dieser bestimmten Frequenz zerkreischt, kriegt irgendwann die Rechnung. Zahlen, bitte! Nein, nicht Sie, der Kleine da hinten.
28.05.08

Heuer machen wir es anders

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Heuer, habe ich gesagt, machens wirs einmal anders am Kindergeburtstag. Der Horwath war gleich dagegen; sein kleiner Horwath hat drei Tage vor den Mimis Geburtstag, also gemeinsame Party. Eine Scheißidee, sagte der Horwath, da saßen wir noch in der Neptun-Bar in Kroatien, nachdem er zuerst gefragt hat, wie ich das meine und ich es ihm erklärt habe: dass wir heuer einen Kindergeburtstag machen, an dem es ausnahmsweise auch einmal Spaß für die Kinder gibt. Spaß, hat der Horwath gesagt und durch seine Cutler&Gross-Brille bitter aufs Meer geschaut, was für Spaß. Ein Clown oder was. Blödsinn, hab ich gesagt, ein Spiel oder eine Schnitzeljagd oder etwas in der Art, und Würstelgrillen am Feuer, und wir laden heuer nicht nur unsere Freunde ein, sondern die Freunde der Kinder, schau nicht so, mir gefällt es auch nicht besonders. Aber trotzdem machen wir es heuer so. Der Horwath hat gesagt, grillen hasst er. Schnitzeljagden auch. Die Horwathin hat gesagt, sie findet es aber eine super Idee. Der Horwath hat noch ein Karlovacko bestellt und gesagt, dass es für so einen Unsinn nicht den geringsten Grund gibt, weil bis jetzt hats immer gepasst.
  Normal laden wir am Kindergeburtstag alle unsere Freunde mit Kindern ins Schwimmbad oder auf den Spielplatz, schneiden den Kuchen an, singen Happy Birthday, rufen jöö und schööön, und schicken die Kinder dann spielen. Oder baden oder raufen, Hauptsache, sie stören uns nicht, während wir riesenschüsselweise Erdäpfelsalat und kleine Horwath-Schnitzis verputzen und Kühltaschen voller Bier und Wein leermachen. Bitte, die Kinder haben sich nie beschwert, aber dann war ich auf Kindergeburtstagen, die wirklich Feste für die Kinder waren, und zuerst fand ich das echt schischi, und dann habe ich mich geschämt. Heuer machen wir es anders.
  Jetzt ist heuer schon morgen und ich komm aus der Hektik nicht heraus. Ich habe Einladungen gemacht, kopiert, verteilt, der Lange und ich waren einkaufen und auf der Geburstagsfestwiese, die Schnitzeljagd auskundschaften, und wir haben gestritten. Ich habe zwei Blecher Schoko-Kuchen gebacken, nicht wie letztes Jahr mit einer schicken Zuckergussgraphik, sondern fußballrasendicht mit Smarties belegt, denn so und nicht anders wollen es Kinder. Aber es sind noch keine Schnitzeljagd-Aufgaben ausgedacht, keine Geschenke eingepackt, keine Schatzkiste und keine Partysackerl befüllt, und auch Erwerbsarbeit wäre noch zu erledigen. Weil ich mich in dieser Sache an den Horwath nicht zu wenden brauche, rufe ich die Horwathin an und sage, du, mir wächst der Kindergeburtstag gerade ein bissl über den Kopf, und sie sagt, oje, aber leider kann sie nichts tun, jetzt wühlt sie grad am Land im Garten und morgen kommt sie nicht vor fünf aus der Klinik, tut ihr echt leid. Der Horwath ist nicht zu sprechen, wahrscheinlich brät er gerade eine Scheibtruhe voll Schnitzel, aus lauter Wut über die Scheißidee, und ich bin kurz davor, ihm Recht zu geben.
21.05.08

Danke, dass ich abwaschen darf

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In Kroatien wird immerhin die heikle Morchelnudeln-Sache endlich entschärft. So welche hat der Horwath unlängst gekocht, als der Lange unabkömmlich war. Und das war nun, wie ich dem Langen hernach berichtete, ungelogen das beste Essen seit Wochen gewesen, worauf sich der Lange tagelang entschlossen vom heimischen Herd fernhielt, weil er kann bitte auch anders. In Kroatien aber kocht der Breuß das beste Essen seit Monaten, was nicht so sehr an seiner Busara liegt und mehr an den Scampi darin, die uns der Scampi-Fischer gerade frisch aus dem Meer geholt hat. Wir haben uns diesmal schamlos an die örtlichen Fischer zubigeschmissen, und die verkaufen uns nun fast jeden Tag etwas von dem, was sie aus dem Meer geholt haben, und während wir die tropfenden Säcke ins Haus tragen, lachen sie über uns.
  Der fesche Josip, dessen hundert Meter entferntes Ferien-Haus von den Kindern final gekapert wurde, weil Josip eine nette schwäbische Hildegard zur Frau hat, die endlich gerne Oma wäre, Josip also erzählt uns, dass die Sepie, die wir heute wieder von den Fischern gekauft habe, hier nicht einmal die Fische fressen. Geschweige denn die Einheimischen. Sowas kann man nur Touristen andrehen, grinst der fesche Josip, während er auf der Bank vor seinem Haus aufs Meer schaut und raucht, und erwähnt in diesem Zusammenhang auch, wie Eskimokinder tagelang auf einer Seehundhaut herumkauen.
  Am nächsten Abend gehen wir rüber zu Josip und seiner Bank, die Breußin schnorrt Josip eine Zigarette ab, und wir sagen, Josip, wir wissen jetzt, warum nur Touristen eure Sepie hier kaufen, weil von euch hier kann sie keiner richtig zubereiten. Wenn man die Sepie nämlich nicht eine Stunde oder zwei zu Semperit kocht, sondern nur kurz z. B. in einer Rosmarin-Tomatensauce mit weißen Bohnen ziehen lässt, schmecken sie nicht wie Flipflops, sondern sind sie zart wie ein Henderl, Josip, zart wie ein Henderl.
  Am nächsten Abend laden wir Josip und Hildegard, sozusagen als Kinderbetreuungshonorar, zu uns zum Essen ein, der Horwath paniert endlich die Wiener Schnitzel, ohne die er keine zwei Wochen am Meer überlebt, und wir fragen Josip, der aus der Gegend stammt, wie er nach Deutschland kam. Die Geschichte geht so, dass Jung-Ingenieur Josip in den späten 60ern nach Deutschland ging, weil er einen Sportwagen fahren wollte, und das tat er auch, einen BMW 2500 um 18.000 Mark, den er mit einem Monatsgehalt von 600 abzahlte und bald an deutscher Maurerhandwerkswertarbeit ruinierte. Leider übernimmt Hildegard dann den Erzählfaden und gibt ihn nicht mehr her, und wir erfahren wir alles über den Karneval in einer schwäbischen Kleinstadt, und das ist leidlich verstörend. Ich schleiche in die Küche und danke dem Herrn auf Knien dafür, dass ich heute den ganzen Abwasch machen darf. Andererseits soll eine Frau, die es mir ermöglicht, im Urlaub trotz Kindern fast drei Bücher zu lesen, im Karneval ihren Spaß haben: das ist nur gerecht.
30.04.08

Du hast es versprochen

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Es war auch endlich warm. Man konnte die Hosen hochkrempeln und barfuss laufen und sich einen Sonnenbrand an den Waden holen und Bienenstiche an den Fussohlen. Das Bubenmimi hat sehr geheult, es war ihr erster Bienenstich, wir schmierten dick eine wichtig aussehende Creme darauf, und das Kind erholte sich schnell. Später gingen wir zur Waldlichtung, dort standen drei Gestalten in grotesker weißer Schutzkleidung in der Sonne und sahen aus, als drehten sie ein billiges Sequel von „Outbreak“. Spooky irgendwie. Es waren aber nur der Horwath und sein Freund, der Polz und die Freundin vom Polz an Tag eins nach der Absolvierung des Imkerkurses. Der Horwath macht jetzt auch Honig; soll mir recht sein. Wir fotografierten den Horwath und den Polz und seine Freundin mit dem Handys, später fotografierte der Horwath die Kinder und ihre Papp-Medaillen und ihr Siegerlächeln. Denn sie hatten alle die 400 Meter Ersatzmarathon geschafft, die wir ihnen ausgesteckt hatten, weil wir dann doch nicht in aller Herrgottsfrüh nach Wien gefahren waren, damit die Kinder an diesem Kinderlauf teilnehmen konnten. Stattdessen fand der Kinderlauf auf einem Waldviertler Kiesweg statt, es gab wertvolle-Panini-Preise, alle waren froh. Auch die Eltern, die sich nachher wieder in den Schatten von Horwaths Sonnenschirm in Horwaths Garten setzen, Zeitungen lesen, einen Sonnenbrand auf dem Hirn kriegen, deppert reden und überlegen konnten, was man als nächstes essen soll. Es wird viel gegessen im Garten der Horwaths.
  Später gab es eine kleine Krise, als der Horwath „elf“ antwortete, auf meine Frage, wie schrecklich das Ritterfest auf der zehnteiligen Schrecklichkeitsskala jetzt ehrlich gewesen sei. Elf! Wir hattens versprochen gehabt, aber ein gütiger Geist, der Lange nämlich, hatte mir die Klänge von Schalmeien und sich kreuzender Schwerter erspart. Und Bekleidung, neben der man sich freut, dass man eine elegante pestogrüne Wanderjacke tragen darf. Ich schaukelte auf der Hollywoodschaukel, während der Lange und der Horwath auf dem Burgfest den Horwath verfluchten, der seit Wochen am Spielplatz von diesem Burgfest geredet hatte, dass man dort unbedingt hin muss, und wie toll es die Kinder finden und alles. Der Horwath hatte wohl, wenngleich er normal nicht zu Kinderglücksverklärungsbedingter Bewusstseintrübung neigt, kurz verdrängt gehabt, wie arsch es die Erwachsenen finden. Jetzt weiß er es wieder.
  Dafür bekam ich Sonnenbrand auf den Fußssohlen, überlegte, warum verdammt ich mir eigentlich nichts kurzärmeliges Unschwarzes eingepacken hatte können, ärgerte mich über das Zeit-Magazin (Wolfgang Joop, Chef des teuersten deutschen Modelabels, in einer Geschichte über Mahlzeiten in seiner Potsdamer Villa: „Ich erzähle oft von Zeiten des Mangels und der Improvisation.“) und ein Vogel schiss mir aufs Handy. Es war ein aber kleiner Vogel, und seine Ausscheidungen trübten mein Frühlingsglück nicht.
20.02.08

Das war zuverlässig der Horwath

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Ich bin mit dem Sedlacek zum Frühstück verabredet, und zur Begrüßung sagt er, das sei jetzt schwer zu glauben, aber er hat vorhin auf der Straße einen großen Mann mit einem Kind im Genick und Brillen wie zwei kleinen Fernsehern gesehen, war das vielleicht der Horwath? Das war zuverlässig der Horwath. Coole Brille, sagt der Sedlacek, sehr einprägsam. Sagte ich doch, sage ich, wie geht es dir? Einen doppelten Espresso und ein großes Glas Wasser, sagt der Sedlacek, nein, zum Essen nichts.

Es geht dem Sedlacek gut. Der Sedlacek ist zufrieden. Naja, bis auf die Weiber. Aber über die Auftragslage kann sich der Sedlacek nicht beschweren. Es ist natürlich anstrengend. Diese Woche war er schon in London, letzte Woche in Kopenhagen und in Mailand und vorletzte Woche in Hongkong. Und die ewige Fliegerei macht dir nichts aus?, sage ich. Nein, sagt Sedlacek. Ich flieg nicht mehr gern, sage ich. Ich bin auch nicht gern länger als zwei Tage weg von der Familie, es ist wie früher, als Kind, ich bekomme Heimweh. Echt, sagt Sedlacek. Ja, sage ich, wie damals im Jungscharlager: Weißt du, der Schmerz ist nicht kleiner geworden, nur die Person rundherum größer. Der Sedlacek schaut mich

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22.01.08

So ruinieren Sie den Journalismus

| Comments (1) | 01/08 | Prost Mahlzeit

Maria ruft an und sagt, sie glaubt, es heißt DIE Tabuleh. Philipp smst, es gehören aber unbedingt Rosinen rein. Mark mailt, schön und gut, aber ein Tabuleh wär doch schon eher ein Sommeressen. Die E. sagt bei der Geburtstagsparty vom D., danke, jetzt kann sie sich beim Tabulehmachen endlich das depperte Couscous-Einweichen ersparen, das hat sie eh immer so genervt.

Und sehen Sie, genau das ruiniert den Journalismus. Genau das korrumpiert die Journalisten, die hunderte messerscharfe Hintergrundanalysen über politische Ereignisse in die Zeitung schreiben können, tausende blitzblanke Blicke auf die Aktualitäten der  Realität werfen oder in Millionen Kolumnenzeilen die diversen Elende in der Welt beprangern: Auf all das kriegt man kaum ein Reaktiönchen. Nichts, praktisch. Man ist wie gar nicht da. Aber schreiben Sie einmal ein Rezept in Ihre Kolumne, dann wird ... weiter lesen ...
17.01.08

Mover und Shaker

| Comments (0) | 01/08 | Prost Mahlzeit

Ich sitze mit dem Kollegen X, der gerade aus der Schweiz auf Besuch ist, im Finstern Stern, wir haben prächtig gegessen, Wein getrunken und uns den ganzen Abend über streng berufliche Dinge unterhalten. Kein Mutterblabla, ich kann auch anders. Ich habe, ganz nebenbei, meine ungebrochene, wenngleich ruhende Blattmacher-Kompentenz durchscheinen lassen, journalistische Hochprofessionalität verströmt, Trittsicherheit auf den Gebieten Politik, Literatur und Philosophie bewiesen und insgesamt gezeigt, dass ich immer noch ein Mover und Shaker bin. Oder sein könnte, wenn mir danach wäre. Nebenbei habe ich dem Kollegen mit hellwachem Interesse gelauscht, an den richtigen Stellen blitzgescheite Kompaktkommentare deponiert, und wie gerade das Dessert abserviert wird, düdelt mein Telefon und es ist Mutter Urban, und sie braucht für ihren morgigen Kindergeburtstag mein super Tabuleh-Rezept.

Hierbei handelt es sich nun um die klassische „Kann ich dich morgen früh zurückrufen“-Situation, aber ich lasse keine Mutter ... weiter lesen ...
27.06.07

Sag es mit Binder & Krieglstein

| Comments (1) | 06/07 | Prost Mahlzeit

Diesmal sind wir einen halben Tag vor den Horwaths im Landhaus der Horwaths und hallo, ist der Garten grün. Fett. Alles explodiert in Blatt, Blüte und Frucht und, schau, die Ribisel sind auch reif, sie sind so reif und süß, dass sie die Kinder freiwillig mit vollen Händen in ihre Mäuler schaufeln. Wenn die Ribisel im Garten meiner Oma selig so reif war, plegte meine Oma uns Kinder und wen sie sonst erwischen konnte, mit Küberln zu behängen, und die Ribiseln wurden, bevor sie die Sonne vertrocknen und die Vögel fressen konnten, abgenommen, abgebeerlt, zu Marmelade verkocht, tschüss bis nächstes Jahr. Und weil ich so eine Streberin bin und immer die Suprigste und Patenteste sein will, nehm ich mir gleich ein Küberl und brock die Ribisel, und noch ein Küberl und noch eins, und während ich meinen Rücken trotz Hexenschusswarnung nicht schone, fühle ich mich unglaublich gut: Ich bin nämlich keine von denen, die ... weiter lesen ...
14.06.07

Zum hungrigen Carnivoren

| Comments (0) | 06/07 | Prost Mahlzeit

Kommt mir auch schon wieder ewig her vor, dass ich von unserem Strand zur lokalen Konoba geschwommen bin, um einen Tisch zu reservieren: aus dem Wasser krabbeln, Bauch einziehen, über die Terrasse tropfen – 13 Personen, bitte – zurücktropfen, heimschwimmen. Kam gut an bei der restlichen Urlaubsgesellschaft. Brachte Boah-Punke. Es war aber überhaupt.... also, das beste an diesem Urlaub war: Alle Freunde, mit denen ich ihn machte, waren es hinterher immer noch. Das ist bitteschön nicht selbstverständlich und ein schönes Signal dafür, dass meine selbstgebastelten Demissbilligungs- und Ärgermanagementstrategien allmählich greifen.
  Immerhin kann man in so einem Urlaub auch andere Aggressionsbewältigungsmethodiken studieren, zum Beispiel am Horwath. Die ganze Woche lacht und scherzt der Horwath. Witzelt es klein, wenn er schon wieder den ganzen Planschbedarf allein vom Strand ins Haus geschleppt hat. Tut es mit einem Grinsen ab, wenn der Lange oder der Breuss schon wieder den ganzen Tag in dem einzigen Gartenklappsessel im Schatten kleben, den der Horwath aus einem Sperrgutcontainer rettete und extra für sich mit nach Kroatien nahm. Scherzt nur darüber, dass er schon zum dritten Mal an diesem Morgen die Espressokanne gefüllt und auf den Herd gestellt, aber selber noch keinen einzigen Kaffee erwischt hat. Zuckt völlig aus, als wir ihn an einem Mittag mit gefühlten 46 Grad im Schatten vorsichtig fragen, ob es schon der richtige Tag  ... weiter lesen ...
14.06.07

Darf ich vorstellen

| Comments (1) | 06/07 | Prost Mahlzeit

Weil Hauen, Prügeln und Liebesentzug nicht funktioniert haben, wurde jetzt ein Belohnungssystem eingeführt und es gibt Sternchen fürs Zimmeraufräumen und Sternchen für Probieren exotischer Gemüse wie Karfiol und Sternchen fürs Schieferziehen (wobei ich glaube, sie jagen sich die Dinger jetzt selber rein; das Schieferaufkommen stieg in den letzten Wochen eklatant) und Sternchen dafür, dass sie bei Autofahrten nicht mehr fragen, wie weit es jetzt noch ist. Wie wir jetzt aus Kroatien heimgefahren sind, gab es davon acht pro Kind, was es zu einer weisen, weitsichtigen Idee machte, dass ich die Belohnung, die es für zehn Sternchen gibt, schon lange besorgt hatte. Ich gute, vorausschauende Mutter, ich.
  Wie wir daheim ankommen, ist die Belohnung nicht auffindbar, nicht im Dachboden, wo ich sie hundertprozentig versteckt habe, nicht in meiner Unterhosenlade und nicht auf einem der oberen Regalbretter, was unsere Heimkehr zu einer wenig idyllischen Angelegenheit macht. Ganz abgesehen davon, dass es in Wien kein Meer gibt und keinen Strand und nicht mehr drei Mal täglich Schleckeis, und dass der kleine Horwath und der kleine Breuss nicht bei uns wohnen, wodurch sich die Lebensqualität der Mimis ja sowieso schlagartig minimierte. Und obwohl die Mimis, nachdem sie mit Süssigkeiten und morgen-ein-Film-Versprechungen sediert wurden, mittlerweile schlafen, hirne ich noch immer darüber nach, wo diese verdammte Belohnung hingekommen ist. Das war so ein flaches ... weiter lesen ...
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